Pro Reli ist in Wirklichkeit Pro Spaltung

SPON:
Die Frage lautet nicht „Gibt es Gott?“, sondern „Muss es ein Wahlpflichtfach Religion geben?“.

Um diese Frage nachvollziehbar beantworten zu können, sollte man als erstes die Tatbestände, um die es hier geht, definieren, um sich dann für ein Ja oder ein Nein oder ein Sowohl-als-auch entscheiden zu können, oder?!

Wenn ich das richtig sehe, dann ist der Religionsunterricht (kurz: Reli) ein Schulfach, das nur von Lehrern vermittelt werden darf / sollte, die selber genau dieser Religionsgemeinschaft angehören? Und zum zweiten ist Reli ein Schulfach, das an einer allgemeinbildenden Schule keine Allgemeinbildung, sondern eine Spezial(aus)bildung vermitteln soll, oder?! Konkret gesagt: Reli unterscheidet sich nur dann von Nicht-Reli-Schulfächern (wie z. B. Ethik oder Philosophie oder Linguistik) wenn die Lehrkraft Inhalte, Einstellungen und Haltungen vermittelt, die das Besondere / Typische dieser Religionsgemeinschaft ausmachen, wie das z. B. für alle kultischen Handlungen – alleine schon die Methode des Händefaltens beim Gebet! – von Tendenzunternehmen, was die Kirchen nun mal sind, vorgeschrieben wird.

Die Kirchen beanspruchen ein Recht, das ihnen nicht zusteht, jedenfalls nicht laut dem Grundgesetz, das ich unter dem Arm trage. Sie wissen selbstverständlich, warum sie dieses Recht reklamieren müssen, setzt doch Gläubigkeit ein kindliches Gemüt voraus, das sich durch chronischen Selbstzweifel am eigenen Wert für sich selbst und für wertvolle Andere bis zum Lebensende in Gestalt einer OPFERMENTALITÄT, also in Gestalt von Schuldgefühlen, von Hilflosigkeit und Ohnmacht gegenüber dem „Bösen“ in sich selbst und in der Welt verfestigen kann. Und um den – für jeden Menschen natürlichen – Selbstzweifel in dieser manipulierbaren  Variante zu „kultivieren“, dazu kann man „kultisch“ gar nicht früh genug beginnen.

Religion ist eine Erfindung von Menschen zum Zwecke der Bildung und Stabilisierung von überschaubaren Gemeinschaften und abstrakten Staatsgebilden. Diese sehr nützliche Aufgabe haben alle Weltreligionen – auch eingedenk der furchtbaren Entgleisungen – von den ersten Tagen der Menschheitsentwicklung bis in die Neuzeit erfüllt, doch ich denke, dass es jetzt an der Zeit ist, mit dem Totalitäts-, Abgrenzungs- und Ausgrenzungsanspruch, auf dem sie prinzipiell, also von ihrer Systematik her beruhen, Schluss zu machen. Es gilt, das Trennende hintanzustellen und das Gemeinsame hervorzuheben.

Wie groß diese Sehnsucht nach Einheit ist, das demonstrierte die nationalsozialistische Bewegung in den 30ern genau so wie die Obamaeuphorie unserer Tage, und wenn die Kirchen diese Sehnsucht nicht befriedigen, also dem – fundamentalistisch überhöhten – Konkurrenzkampf um die Seelen der Schüler nicht abschwören, dann wird „Religion“ endgültig säkularisiert werden.

Pro Reli ist in Wirklichkeit Pro Spaltung. Ich erwarte von den Kirchen, das sie für die allgemeinbildende Schule das Gemeinsame Dritte ihrer Konfessionen zusammenbinden, Ökumene praktizieren!

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