Wirtschaftskrise als „Chance“ – für WEN und WOFÜR?!

Was tun?!


Ferguson hat recht: dieses Wirtschaftssystem wird kollabieren, weil es wider die Gesetze der Dialektik – das Gesetz von der fallenden Tendenz der Profitrate – und weil es wider das Grundgesetz verstößt, rundheraus gesagt: weil es verfassungsfeindlich ist, lautet der Verfassungsauftrag doch schlicht und ergreifend: „Eigentum verpflichtet“ .(Art. 14 GG).

Klar ist: die Verfassungsgeber meinten mit „Eigentum“ nicht „unser Oma sein klein Häuschen“, sondern sie meinten das, was man 1949 noch marxistisch – also richtig – als das Eigentum an den Produktionsmitteln und an den Distributionsmitteln verstand. Und sie verpflichteten diese Eigentümer aufs Allgemeinwohl: „Sein (privater – GW) Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen“! Von dieser Allgemeinwohlbindung haben sich die Banken inzwischen himmelweit entfernt, haben sich völlig abgekoppelt!

Doch die gesamte Plappernde Kaste – und hier insbesondere die Produzenten der Lebenslügen, auf denen das kapitalistische Wirtschaftssystem beruht: die (quasi) verbeamteten Gesetzgeber, Schriftgelehrten, Hohepriester, Staatsorgane etc. – sie alle haben es gewusst, dass sie selbst auf Kosten anderer leben, auf Kosten derer nämlich, die den Mehrwert durch wirkliche Arbeit geschaffen haben.

Sich in den Besitz des Mehrwerts zu bringen, das ist das Hauptinteresse all derer, die ihn selber nicht produzieren, weil sie dafür zu unfähig, zu fein oder zu faul sind. Sie, die ihr abzockendes Denken und Handeln damit meinen rechtfertigen zu können, dass sie der Lebenslüge vom „arbeitenden“ Kapital anhängen, jene Geldverbrenner in den privilegierten Positionen eines Unternehmers mit Pensionsberechtigung also, die als Wirtschaftsweise, als Anlagenberater, als Richter, als Minister verkleidet Jahr für Jahr den kleinen Mann verarschen: ihnen allen – und der riesigen Schar von journalistischen Zuarbeitern, pädagogischen Kollaborateuren und Comedy-Hanswürsten – ihnen allen hat Ferguson den SPIEGEL vorgehalten (Danke, SPON!!), worauf die sich allerdings – wie gehabt – ein Ei pellen werden. (Lies: SZ vom 15. 9., S. 18f.)

Der Zynismus unserer Verhältnisse besteht ja darin, dass die von mir als Profiteure apostrophierten gesellschaftlichen Kasten so doof auch nicht sind, als das sie das, was ich über sie aussage, nicht auch wissen würden. Das „Geile“ (Steuersong, 2005) an der kapitalistischen Demokratie in den christlich geprägten Nationen ist ja die Meinungsfreiheit, also alles sagen zu dürfen, weil es sowieso nichts bewirkt.

Was aber folgt aus den Erkenntnissen von Ferguson? Selber eine Bank gründen (was ja Bertolt Brecht schon nahe gelegt hatte!)?

Ich denke, was jetzt zu erfolgen hat, das ist die Gründung einer Bürgerbewegung neuen Typs, meinetwegen auch einer „revolutionären“ Partei neuen Typs, einer mehr oder minder informellen Zusammenballung / Koalition von Zeitgenossen also, die dem Wissen / Ahnen / Befürchten von 85 % aller Erwachsenen in Deutschland – dass nämlich auch die zweite deutsche Republik wiederum von einem verfassungsfeindlichen Wirtschaftssystem existentiell bedroht ist – einen eindrucksvollen und diesmal nachhaltigen politischen Ausdruck verleiht.

Wie können wir Linken  zu dieser „Nationalen Front“ zusammenfinden?

01. 02. 2009 , Beitrag 26

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3 Antworten zu Wirtschaftskrise als „Chance“ – für WEN und WOFÜR?!

  1. profiprofil schreibt:

    Diskussions- und merkwürdig:

    der Film „Money As Debt – Geld alsSchuld“ –

    http://video.google.com/videoplay?docid=6433985877267580603#

  2. profiprofil schreibt:

    Ich fragte am 1. Februar 2009: „Wie können wir Linken zu dieser „Nationalen Front“ zusammenfinden?“

    Der erste Politiker, der eine Antwort auf meine Frage gibt, heißt Bodo Ramelow. Er hat, auch gegen die Widerstand von Gregor Gysi, am 17. 9. die Entscheidung getroffen, in Thüringen eine Koalition aller Linkskräfte zustande zu bringen, auch wenn er persönlich dafür auf das ihm zustehende Amt des Ministerpräsidenten verzichten müsste. Seine Argumentation:

    „“Ich verstehe die Befürchtungen der Grünen, in der Mitte eines Sandwiches zerrieben zu werden und plädiere für eine neue Form der Politik“, sagte der Linke-Politiker. Er könnte sich vorstellen, dass sich die drei Parteien gemeinsam und gleichberechtigt auf eine Frau für das Ministerpräsidentenamt verständigten.
    Mit seinen Verzichtsplänen geht Ramelow weiter auf Konfrontationskurs zur Bundespartei.“ Aus:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,649766,00.html

    Das ist die klügste Entscheidung gewesen, wenn man – wie er – politische Ziele verfolgt und nicht persönliche Karrierepläne. Chapeau!

  3. profiprofil schreibt:

    Wirklich denken können hilft weiter

    Zitat:
    Zitat von carlosowas (…) Der Unterschied von Kapitalismus und Marxismus? Beim Kapitalismus beutet der eine den anderen aus, beim Kommunismus ist es umgekehrt. Das Schlimme ist, dass beide eine übergeordnete Philosophie als Grundlage zur Verschleierung ihrer wahren Absichten haben. Sowas gab es immer schon in der Geschichte. Wurzeln für dieses menschlichen Verhalten liegen in der menschlichen Natur. Es wird immer so sein: Sklaven und Sklaventreiber.

    Ich danke Ihnen für Ihre Rückmeldung, ist sie doch prototypisch für jene „Denke“, die auch den von mir so apostrophierten „Produzenten der Lebenslügen“ in meinem Beitrag vom 01. 02. 2009 zueigen ist.

    Wenn ich Sie recht verstehe, dann äußern Sie die Meinung, dass die Wirtschaftsweise des im Kapitalismus um seine Existenz kämpfenden Menschen – in Sonderheit sein egoistischer, für ihn und andere ruinöser Konkurrenzkampf – einem unabänderlichen, Sie würden sagen: „sozialdarwinistischen“ Naturgesetz entspräche, das man nicht ignorieren dürfe? „Es wird immer so sein: Sklaven und Sklaventreiber“, schreiben Sie selbstsicher und frohgemut.

    Mit dieser Ansicht stehen Sie beileibe nicht allein auf weiter Flur, so dass sich eine ernsthafte Beschäftigung mit Ihrer Rechtfertigungsideologie, als die ich sie beurteilen würde, lohnt!

    Das WOZU, der Sinn dieser sehr weit verbreiteten „naturrechtlich“ fundierten Meinung dürfte im persönlichen Nutzen für den Wohlmeinenden selber zu finden sein, denn so selbstzufrieden redet entweder nur ein Sadomasochist daher oder einer, der von diesen Verhältnissen materiell profitiert. Alle anderen aber, die unter dem ruinösen egoistischen Konkurrenzkampf wirklich leiden, würden doch an der „Erlösung von dem Übel“ (Gebet) arbeiten, sei es an der Erlösung / Emanzipation im Jenseits oder im Diesseits?!

    Ihre Warnung vor den eigensüchtigen Demagogen, also jenen, die ihrem Egoismus frönen, indem sie Dritten das Heil versprechen, ist nur zu berechtigt, doch am schlimmsten haben es just jene Heilsversprecher getrieben, die – genau wie Sie – den Egoismus als Naturgesetz propagiert und aus diesem ihrem Biologismus nun ihr Übermenschentum gegenüber dem Untermenschentum der slawischen, jüdischen „Sklaven“ brutalstmöglich ausgelebt haben! Sie propagieren also eine Weltanschauung, die genau das befördert, was Sie – und davon bin ich fest überzeugt – eigentlich verhindern möchte: die Vorherrschaft des Egoismus über die Herrschaft des Allgemeinwohls!

    Wie Sie es beim wirklichen Studium meines Beitrags (#12 weghorn1) denn auch selber entdecken werden, habe ich mitnichten vom „Kommunismus“ gesprochen, sondern davon, einem schon sehr brauchbaren Wirtschaftssystem, das aber vom „Spekulationskapitalismus“ (Horst Seehofer), zugrundegerichtet gerichtet werden kann (und werden wird), danach, – wie noch nach 1945 – wenigstens keine dritte „Chance“ mehr zu gewähren!

    Und damit muss man hier und jetzt anfangen, indem man den „Profiteuren der Lebenslügen, auf denen das kapitalistische Wirtschaftssystem beruht“, die Leviten liest und ihnen, wo immer das möglich ist, sowohl durch intellektuelle Kritik als auch vermittels der wohlbekannten solidarischen Umgangsformen praktisch Paroli bietet, um dem neuen, dem solidarischen Gesellschaftsvertrag durch Aufklärung und politische Macht seine Entfaltungsmöglichkeiten im gesamten öffentlichen Leben zu verschaffen.

    2. 2. 2009 , 13:49 Uhr #88 weghorn1 Beitrag 27

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