Psychologische Kriegsführung und meine Kampfkompetenz

Killing me softly with her words

work in progress 26. 09. 2016stelzenmuller-ag-hamburg

BuchtitelConstanze Stelzenmüller hat in der SZ von heute (15. 04. 2011)  die Gelegenheit erhalten, ihre „Außenansicht“ zur ablehnenden Haltung der Bundesregierung bezüglich Kriegsführung zwecks regime change in Libyen darzustellen – und da es sich hierbei um ein Kabinettstückchen der psychologischen Kriegsführung des Imperiums handelt, mache ich uns allen – und damit auch ihr – das Geschenk meiner Kritik, deren Kriterien auf den Erkenntnissen basieren, die ich unter „wirklich denken können“ in meinem DialogBuch (Klicke auf die Abb.) entwickelt und ausgeführt habe – heute mit einer Kritik dieser drei Kommunikations-Aspekte:

  1. mit dem thematische Aspekt ihrer Argumentation: was thematisiert Stelzenmüller – und was nicht?
  2. mit dem Bedeutungs-Aspekt ihrer Begriffsbildung: was versteht sie beispielsweise unter „Volk“ oder „Freiheit“?
  3. mit dem intentionale Aspekt ihrer Ansichten: was sind ihre Interessen und wozu dient dieser ihr Beitrag; wem – überhaupt – dient Frau Stelzenmüller?

O. k.: wer es in den Rang  des „Senior Transatlantic Fellow beim German Marshall Fund in Berlin“  geschafft und dort auch noch die Leitungsposition inne hat [1], der wird nicht in Abrede stellen wollen, dass sein Geschäftsinteresse die Propagierung der Innenansichten jener u.s.-amerikanischen Interessenten ist, die diesen Fund alimentieren, also insbesondere die  außenpolitisch tätigen  Institutionen der U.S.-Administration wie das Pentagon, die CIA und – ach ja: das U. S. Department of State!?

Stelzenmüller lobt die „Umorientierung“ sprich: Militarisierung der deutschen Außen- und Verteidigungspolitik durch die rot-grüne Bundesregierung 1998ff.

stelzenmuller-rot-grun-militarisierung

Der German Marshall Fund erfüllt in Berlin mindestens einen zweifachen Auftrag, und  zwar zum einen den Zweck der Akquisition sowie der Qualifzierung von Opinionleadern zu professionellen „Transatlantikern“ sowie zum zweiten den Zweck der PR in Sachen „Festigung der unverbrüchlichen Freundschaft Deutschland – USA“, präzise gesagt: der „Westbindung“ jedweder Bundesregierung durch stete Erinnerung an ihre (!) „Bündnisverstelzenmuller-anne-willpflichtung„, in welcher „Sonderwege“  – wie der hier inkriminierte –  im Prinzip nicht vorgesehen sind. Und Stelzenmüller ist in dieser Strategie der psychologischen Kriegsführung gegen den „Pazifismus“ der deutschen politischen Klasse eine wichtige Kombattantin, eine ranghohe Kriegerin der Überzeugungsrede! Und Kamerad Fischer – auch wenn er von ihr heute rhetorisch mal auf den Stock gesetzt wurde – ihr Kombattant im alles entscheidenden psychologischen Kampf an der ideologischen Heimatfront des Imperiums!

Das aktuelle Hauptinteresse/Kriegsziel der U.S.-Administration kann auch in der Causa Libyen wieder einmal – analog der Vorbilder in Südkorea, Türkei, Persien, Südvietnam, Afghanistan, Irak oder (seit 30 Jahren) in Ägypten (von Südamerika gar nicht erst zu reden)  – auf den Begriff „Einsetzung einer pentagonhörigen Marionettenregierung“ gebracht werden, was allerdings auch in Libyen – wie wir wissen – den, völkerrechtlich gesehen, illegalen Sturz der legalen Regierung voraussetzt, eine u.s.-imperialistische Routinearbei allerdings, zu deren –  jahrzehntewährenden – „Vorarbeiten“ auch in der Causa Libyen ich abschließend noch denkwürdige Informationen beisteuern werde. Nebenbei gefragt: wer kennt eigentlich/wirklich (was von) Gaddafi, z. B. seine Rede vor der UNO-Vollversammlung in 2009?!

Das hier kennen wir aus unseren Leitmedien:

Gaddafi Film

Da also die UN-Charta einen „regime change“ strikt untersagt und ein solcher dementsprechend auch kein Bestandteil der hier analysierten Resolution 1973 gewesen ist[2] – wäre doch sonst die feige „Enthaltung“ der beiden Vetomächte Russland und China im UN-Sicherheitsrat nicht zustande gekommen – brauchte und braucht es wieder einmal der rastlos plappernden Gebetsmühlen der Klappernden Kaste – sorry: der klappernden Gebetsmühlen der Plappernden Kaste muss es kultürlich heißten –  um das Kriegsziel der  – auch von Stelzenmüller so bezeichneten – „Staatengemeinschaft“ jener drei – inzwischen einschlägig moralisch vorbestraften – Kriegstreiber dennoch zu realisieren: den Sturz der legalen libyschen Regierung nämlich durch eine kriegerische „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ Libyens, genauer: durch Parteinahme in einem Bürgerkrieg,  zu erwirken. Und in eben dieser Propagandatätigkeit besteht  momentan der Hauptauftrag an alle „Transatlantiker“, also nicht nur der sozialdemokratischen Karrieristen, der Bündnis-90-Karrieristen, der CDU-Karrieristen – sondern  eben auch der Frau Stelzenmüller.

Damit jede Unklarheit über die imperialistische Zielsetzung Regime Change der drei Nato-Staaten von vorneherein ausgeräumt ist, so publiziere ich hier das Statement des Zionisten Shlomo Shpiro vom 23. März 2011

gaddafi-sturz-shpiroSo far, so bad, würde der alte Römer sagen und sich in den Senat bequemen, um den kriegsmüden, durch die Nicht-Verhinderung des – „Finanzkrise“ genannten – wirklichen Kriegs gelähmten und gedemütigten Politikern  die Leviten zu lesen. So auch die Stelzenmüller.

In ihrer Brandrede referiert sie – immerhin: Weghorn ist ein ehrenwerter Mann – einige meiner Einwände/Vorbehalte, wenn sie ausführt:

Über Libyens Machtstrukturen ist wenig bekannt, der Konflikt zeigt Merkmale eines Bürgerkriegs (!). Flugverbotszonen führen oft dazu, dass die Gewalt am Boden erst recht eskaliert (!). Schwüre, der Westen werde keinesfalls Bodentruppen schicken, waren bisher wenig wert (!); am Ende waren (außer beim Irakkrieg) noch immer Bundeswehrsoldaten dabei (!).

um sie ABER direkt  anschließend mit folgender „Si-tacusisses-Logik“ zu verwerfen:

Es bleibt ein klassisches Dilemma: eine Wahl zwischen zwei hochriskanten Optionen, ein Kalkül mit vielen Unbekannten.

Einer europäischen Großmacht aber (die Rede ist von Deutschland – GW) – zumal einer, die für sich ausdrücklich einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat reklamiert und dabei auf den Stellenwert der Menschenrechte in der deutschen Außenpolitik verweist – hätte es indes gut angestanden (sic), gerade wegen dieser Vorbehalte mit Ja zu stimmen.

Anmerkung: verstehe die These von Helmut Schmidt zum Thema militaristische Funktion des Gequatsches „vom Stellenwert der Menschenrechte“ in der Außenpolitik der imperialistischen Staatengemeinschaft NATO: R2P-MENSCHENRECHTSKEULE vs. VÖLKERRECHT  und widerlege sie!

Zwischenfrage: Wozu dann überhaupt noch die Erwähnung von Gegenargumenten, einem Synonym für „Vorbehalte“? Vorgetäuschte Wissenschaftlichkeit, Verbindlichkeit?

Stelzenmüllers ABER-Logik hat schon etwas Bestechendes – „Gerade wegen dieser Vorbehalte mit Ja stimmen“ – erinnert mich diese Denke doch an den rotzfrechen Punker-Spruch:

„Präventivschlag gegen die libysche Regierung:
Legal?! Illegal?! Mir scheißegal, Mann!

Was schert es mich, sagt hier die Transatlantikerin de facto, dass das deutsche Grundgesetz „Angriffskriege“ –  und das kommt ansonsten nirgends vor im GG –  ausdrücklich als „verfassungswidrig“ bezeichnet und sie ebenso ausdrücklich „unter Strafe“ stellt (Art. 26), eine Regelung, die mit der UN-Charta übereinstimmt, weshalb der libysche Präventivkrieg von Stelzenmüller auch ausdrücklich als Maßnahme zum Schutz von „Menschenrechten“ kaschiert werden muss! Als ob es darum ginge, wird doch gerade mit dieser Metapher ein politisches Schindluder ohne gleichen betrieben?!

Stelzenmüllers imperialistischer Doktrin vom Krieg als „prima ratio“ der Politik [3] gründet nämlich auf der – von interessierter Seite in die Welt gesetzten und tagtäglich eingehämmerten – Lüge vom drohenden „Genozid durch Gaddafi“, vom drohenden „Völkermord“, also von der Bombardierung und Auslöschung „seines“ Volkes („Volk“ ist, neben „Menschenrecht“ und „Freiheit“, ein Zentralbegriff ihrer psychologischen Kriegsführung; dazu gleich mehr). Sie schreibt:

Aber da hatte der Diktator längst trotz Warnungen, trotz Sanktionen begonnen, eigene, blutige Tatsachen zu schaffen. Er hatte Truppen auf sein Volk gehetzt, es aus der Luft bombardiert und seinen Gegnern per Radio gedroht, sie würden noch in der Nacht aus ihren Wohnungen geholt, wie ‚Ratten‘.

Und dann der Climax ihrer Brandrede auf dem Forum Romanum: „Nun hätte Berlin mit Ja stimmen müssen.“

WEICHE, „BLUTIGE TATSACHEN“, soft facts

das also ist die Hostie für die Rationalisierung eines völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Präventkriegs durch die Bellizisten, und zwar durch deren perfide Instrumentalisierung des Holocausts [4], wie sie der $Transatlantiker$ Fischer 1999 Schröder Kosvokriegzwecks Legitimierung des Verfassungsbruchs (s. o.) in der Causa Jugoslawienkrieg auch in Deutschland wieder politisch hoffähig gemacht hatte; man höre sich nur das auch diesbezüglich voluntaristische Geeiere seines Kumpels  Privat Cohn Bendit oder seines Kumpels Privat Tom Koenig an: dieses zugleich geschäftsinteressierte wie verlogene Lavieren zwischen einem Rest von demokratischem Rechtsstaatsdenken und einer immer unverhohlener durchscheinenden Konzeption der Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Auf diesem Sektor ist die Führungsclique jener Partei Die Grünen, die 1970ff. noch als Erbin der Friedensbewegung angetreten war, inzwischen zur deutschen Avantgarde der Bellizisten mutiert, auch wenn es noch hier und da (schein)pazifistische Widerstandsnester gibt – bzw. zu geben scheint!

Gründe TransatlantikerFrau Stelzenmüller allerdings, so hat es bei mir zumindest den Anschein,  will sich in punkto Alarmismus, Hysterisierung und Lüge von keinem der genannten Flitschpiepen den Schreibtischtäter-Schneid abkaufen lassen, wenn sie, -wie es das obige Zitat sowie diese Blütenlese belegen –  das MENETEKEL mit BLUTroten Lettern an die Wand projiziert:

  • Gaddafi habe „Truppen auf sein Volk gehetzt“
  • „stop Muammer Gaddafi’s slaughter of his citizens“
  • es war „Gefahr im Verzug“, derzufolge „die gepeinigten Libyer“ ebenfalls zu „Hunderttausenden Opfer eines Völkermordes“ werden konnten.

Ihre ganz soften Cruise Missiles der psychologischen Kriegsführung – und die Kreuzrittermissions-Botschaften der Fischer, Cohn Bendit und Co. – heißen „Menschenrechtsverletzung“ und „Genozid“, sprich: „Völkermord“ – zu deren Verhinderung die UN-Vollversammlung im Jahre 2005 in der Tat eine Schutzverantwortung (Responisbility To Protect: R2P) beschlossen hatte, auf die sich  die grünen – sprich soften –  Kriegstreiber nun mit ihrer Libyen-Resolution 1793 berufen. Tatsache allerdings ist: Die R2P, deren völkerrechtliche Verbindlichkeit noch umstritten ist, ist dafür konzipiert,

„… universale (!) Moralvorstellungen zum Schutz des Menschen international zu verwirklichen. Als Situationen, in denen solche Menschenrechtsverletzungen zu besorgen sind, identifiziert die R2P Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ethnische Säuberungen.“

Und nichts von diesen, absolut nicht von diesen hard skills, den  wirklichen Tatsachen als harte Vorbedingung für die partiell und temporäre Aufhebung des strikten Einmischungsverbots der UN-Charta kann der libyschen Regierung nachgewiesen werden, und zwar weder in Theorie, noch in Praxis.

WIRKLICHE, HARTE  TATSACHEN, hard facts

sind in der Causa Libyen doch die, dass es sich bei den militärischen Aktionen der libyschen Regierung um – auch in unserem Verständnis –  legale und legitime Notstandsmaßnahmen gehandelt hat und immer noch handelt, ist doch unbestreitbar, dass die Regierung nicht „das Volk“, sondern organisierte und militärisch bewaffnete Aufständische bekämpft – und dies mit den  auch in Deutschland für einen solchen Ausnahmefall vorgesehenen militärischen Methoden:

So heißt es im Art. 87a Grundgesetz, bezogen auf den „Spannungsfall“ eines Aufstandes (z. B. „der Bayern“ gegen „Berlin“, alles schon dagewesen):

Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand (…) des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung (…) Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes (..) bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen“

Gell: da staunst du, welch „diktatorische“ Verhältnisse auch bei uns im Extremfall eines Aufstandes plötzlich legal sein können?! Und nichts weiter macht die legale Regierung Libyens mit den Aufständischen der Ostprovinz: sie „bekämpft Aufständische“, was kultürlich auch Stelzenmüller und Co. wissen, weshalb sie im Rahmen ihrer psychologischen Kriegsführung die Insurgenten zu „Unterdrückten“ und „Freiheitsbewegten“ verklären müssen.

Das nämlich ist das peinliche Problem der grünen softball fighter, dass sie kein einziges audiovisuelles Dokument besitzen, welches auch nur den Hauch von illegalem Verhalten der libyschen Regierung  i. S. der R2P-Deklaration der UN belegt haben würde, und dies aus dem Grunde nicht, weil es – Dank der jahrzehntelangen Vorbereitung dieses  Aufstands und Dank der für den Selbstschutz im bengasischen Straßenkampf ausreichenden   Bewaffung der Aufständischen – zu einer „Ausrottung“ der Bengasis, geschweige denn DES libyschen „Volkes, überhaupt nicht hätte kommen können – und es auch überhaupt nicht hätte kommen sollen, haben doch die ca.  200 (!) libyschen Stämme unter Gaddafi 40 Jahre  mehr oder minder verträglich mit- und nebeneinander hergelebt!

Den Beleg für ihre Not-Lüge liefert Frau Stelzenmüller im übrigen selbst (s. o.) , wenn sie wahrheitsgemäß zugibt: „It is clear this conflict is also a civil war“ und davon spricht, dass Gaddafi nicht seinem „Volk“, sondern seinen „Gegnern“ gedroht hätte, sie „wie Ratten aus ihren Löchern“ zu vertreiben, eine Ausdrucksweise, die man auch aus dem Munde von einheimischen Wutbürgern vernehmen kann, eine hässliche Meinungsäußerung zweifellos, die aber kultürlich keinen Angriffskrieg rechtfertigt, müsste man dann doch beispielsweise die USA in Schutt und Asche legen!

Den Beleg für das Vorliegen des Spannungsfalles i. S. Art. 87a GG liefert im übrigen auch die diesbezüglich prinzipiell prinzipienlos daherplappernde  Presse, wenn ihr solche Informationen durchgehen wie diese hier:

„Besonders seit Ausbruch der Proteste, hatte Saif al-Islam, sonst gern in feinem Zwirn und mit gepflegtem britischem Englisch auf dem internationalen Parkett unterwegs, im Fernsehen radikale Kampfaufrufe gegen die Aufständischen im Osten verbreitet, die er wie sein Vater als „Ratten“ bezeichnete, die ausgerottet werden müssten.“ Oder diese: Gaddafi drohte  einschüchternd an, dass im Falle einer Eroberung von Bengasi alle bewaffneten Aufständischen von seinen Leute keine „Gnade“ erwarten dürften – verständlich für jeden, der mal einen Blick in die Haager Landkriegsordnung geworfen hat, haben es doch Partisanen immer schon schwer gehabt.

Was also hat es in Wirklichkeit mit den „blutigen Tatsachen“ auf sich?! NICHTS, ABSOLUT NICHTS, sieht man einmal davon ab, dass eine einzige Salve von 140 hard skill Cruise Missiles aus den Beständen des Pentagon mit mehr als je einer Tonne Supersprengstoff an Bord auch an der vorgeblich doch so schützenswerten libyschen Bevölkerung ebenso wenig spurlos verpuffen dürfte, wie die seit vier Wochen abgeworfenen Bomben und Raketen bei über 800 Feindflügen der Allianz.

Und woher kommt die Sorge unserer opportunistischen Presse [5] , die – harmlos wie ein Biedermann – „ja nur die Frage aufwirft“: Libyen – darf der Westen Waffen an die Aufständischen liefern? Wird doch die Lage der Aufständischen z. B. am 4. 4. als problematisch – für wen? – dargestellt:

Aus dem Ausland kommen bisher auch keine leistungsfähigeren (sic) Waffen. Ägypten schickt angeblich inzwischen Sturmgewehre: Die Lieferungen über die ägyptisch-libysche Grenze hätten „vor einigen Tagen“ begonnen, berichtete das Wall Street Journal. Sie fänden mit Wissen der US-Regierung statt. Das Blatt berief sich auf Quellen in Washington. Kairo dementierte: „Keine Einmischung in Libyen, Punkt“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums.

Alles Maßnahmen also, die durch die Resolution 1973 nicht gedeckt sind (Waffenembargo!), Maßnahmen also, die einen eklatanten Bruch des Völkerrechts darstellen: das sind die wirklichen Tatsachen, die hard facts. Und eine ebenso – zumindest einem Senior Fellow – bekannte Tatsache ist die Vorgeschichte dieses Aufstands, der kultürlich erst dann loslegen konnte, als im Februar diesen Jahres in Ägypten die Macht an die vom Pentagon ausgebildeten und ausgehaltenen Offiziere übergegangen und damit die Nachschublinie für die Aufständischen im Osten „frei“ geworden ist, also erst nach dem –  camouflierend – „Volksaufstand“ genannten ägyptischen Militärputsch. Bekannt ist jedoch, dass seit Jahrzehnten Exil-Libyer (wie Exil-Iraker, wie Exil-Iraner, wie Exil-Chinesen etc. pp.) vom CIA und vom Pentagon auf die Machtübernahme vorbereitet, das heißt qualifiziert und gesteuert  werden, was aus der Anwesenheit von CIA, MI6 und anderen westlichen Geheimdiensten in Tripolis und Bengasi ersichtlich und dementsprechend auch Frau Stelzenmüller bekannt (gewesen)  ist!

Meine Beschäftigung mit Stelzenmüllers Propagandbeitrag für die Militarisierung der deutschen Außenpolitik konzentriert sich deshalb abschließend auf die Analyse ihrer Methodik der Agitation, konkret also auf den Bedeutungs-Aspekt  ihrer Begriffsbildung, dargelegt an drei Beispielen ihrer psychologischen Kriegsführung:

  1. Gaddafi habe „Truppen auf sein Volk gehetzt, es aus der Luft bombardiert“
  2. „Vielen Gegnern des Militäreinsatzes fehlt auffälligerweise das Mitgefühl mit den Unterdrückten in Gaddafis Reich“
  3. „Vielleicht gestattet das uns dann ein wenig mehr Empathie für Freiheitsbewegungen, die unsere Hilfe brauchen“.

Apropos „Volk“: Von den 200 Stämmen Libyens gibt es an die 50, die sich (wahrscheinlich zu Recht) benachteiligt gesehen haben und sich gewaltsam – also illegal –  ihren Anteil am Reichtum des Landes verschaffen wollten: das dürfte das Zentralmotiv ihres Aufstands (gewesen) sein, wobei diese Menschen aber aber weder „das Volk“ verkörpern, noch wurden sie überhaupt direkt bekämpft, was ja auch die bisher sehr geringe Opferzahl in diesem Bürgerkrieg ausweist, vergleicht man ihn mit anderen Kriegen. Die Verwendung dieser Metapher zielt also auf uns, genauer gesagt auf jene Leser, für die der Begriff „Volk“ einen Wert repräsentiert, denn wäre Frau Stelzenmüller bei der Wahrheit geblieben und hätte  geschrieben, Gaddafi habe „Truppen gegen die Aufständischen eingesetzt und diese aus der Luft bombardiert“ (was seinen Leuten jetzt durch die NATO professionell passiert), dann hätte jeder Leser nur mit den Achseln gezuckt, weil er das „mehr als verständlich“ fände, sollte doch (chinesische Volksweisheit),  wer mit der Knarre loszieht, immer und zuvörderst das Ende bedenken, womit ich – nebenbei gesagt – auch ausdrücken möchte, nichts gegen Rebellionen und Revolutionen zu haben, sondern nur etwas dagegen, wenn sich Fremdstaaten in diese innerstaatlichen Auseinandersetzung einmischen, indem sie für eine Seite Partei ergreifen, wie z. B. damals im russischen oder im spanischen oder im chilenischen oder im nicaraguanischen oder im afghanischen oder im …… Bürgerkrieg.

Und zukünftig im produzierten iranischen Bürgerkrieg,
denn darauf läuft sie hinaus: die softe Strategie einer
Militarisierung der deutschen Außenpolitik.

Während sich also aus Stelzenmüllers und Fischers Lüge  – „Truppen auf sein Volk gehetzt“ – nur die seit Jahrtausenden bekannte Methode der Hetze auf einen  entmenschlichten Feind – „Völkermörder Gaddafi“ –  und die Freigabe dieses „Dämonen, Tyrannen, Diktators“ zum Abschuss – also sein Todesurteil – herauslesen lässt, so enthalten die beiden abschließend besprochenen Methoden der psychologischen Kriegsführung gewisse Zukunftspotentiale einer neuen, „soften“ Variante der  siegorientierten Kampfkompetenz, der es ja definitiv immer um einen Sieg in Form der kompromisslosen Niederlage des zum Feind erklärten Konkurrenten/Gegners geht: 

DIE Masche der Entwertung, die immer schon bestens funktioniert hat, das ist die übelwollende Unterstellung, doch dass sie jetzt im Gewand von „nachhaltigem“ politischem Mitgefühl / Empathie –  also als soft skill grün und frauenbewegt verkleidet – daherkommt, das hat noch Seltenheitswert, hat aber alle Aussichten auf „Erfolg“ und damit auch auf Verbreitung! Drauf muss man also eingestellt und vorbereitet sein.

WIESO? Was unterscheidet denn die soft skills von den hard skills, von den Ausdrucksformen der unmissverständlichen Entwertung in Gestalt von offener Bedrohung des Feindes durch Körperverletzung, Vergewaltigung, Tötung, Beleidigung beispielsweise, alles vier justiziable Formen von Entwürdigungen? Nun: es ist ihre Nicht-Objektivierbarkeit, ihre Subjektivität, das „Persönlichwerden“ von Feindschaftsbekundung, die sie so tückisch macht, weil soft skills eben „sanft“ daherkommen, sich als Hilfestellungen, Ratschläge, Unterstützungen tarnen und verkaufen (lassen) und den Angreifer dank ihrer Beweglichkeit und Mehrdeutigkeit – „Spaß verstehst du wohl auch nicht?!“ – für die meisten Opfer mächtig und beherrschend erscheinen lassen, sobald es dem Täter gelingt, damit eine Kränkung zu landen.

Ein solcher Satz Vielen Gegnern des Militäreinsatzes fehlt auffälligerweise das Mitgefühl mit den Unterdrückten in Gaddafis Reich enthält die Unterstellungen, der alte www.blogfighter.de  sei als knallharter und militanter Gegner des Bruchs der UN-Charta ein gefühlloser und deshalb (!) schuldiger  Paragraphenreiter,  ein  – und das ist aus dem Munde eines Akademikers der schlimmste Selbsthasservorwurf – „Theoretiker„, der wegen doch „für jeden (!) klar erkennbarer“ unterlassener Hilfeleistung eigentlich sogar bestraft gehöre, der sich zumindest aber seiner „moralischen“ Hartherzigkeit gegenüber dem Schicksal „der Unterdrückten“ schämen und sich „am besten“ auch in der Causa Libyen nicht mehr äußern solle! Ein „doch wirklich (!) gut gemeinter“ Ratschlag, wird hier von meinem Feind noch hinzugesetzt.

Ein solcher Satz „Vielleicht gestattet das uns dann ein wenig mehr Empathie für Freiheitsbewegungen, die unsere Hilfe brauchen“ verschärft gegenüber einem Pazifisten den Vorwurf des hartherzigen Egoismus dann noch um einige fiese Umdrehungen, gehöre doch „eigentlich“ er zu den christlichen Gutmenschen, denen Nächstenliebe und Caritas die höchsten Werte seien, die er jetzt aberals Pazifist schmählich verrate: „schäm Dich“ lautet der Appell des Bellizisten an den Kränkbaren und halt Dich raus aus der Politik, von der Du nichts verstehst.

Worum also muss es dem Gestalter (m/w) der persönlichen
wie der politischen Verhältnisse in Zukunft gehen?

Sich nicht länger  kränken und dadurch (!) beherrschen zu lassen, darum geht es mir in der Hauptsache im biographisch  langwierigen Prozess des Erwerbs und der Professionalisierung jener kundenorientierten Beziehungs-, Führungs- und Kampfkompetenz, ohne die es schwer fallen dürfte, die Probleme, Krisen und Konflikte zu meistern, die ich durch die vor uns liegenden politisch-ökonomischen Herausforderungen auf jeden (!) von uns zukommen sehe.

Die von mir vermittelte kundenorientierte Kampfkompetenz  zeichnet sich in dem Extremfall einer „psychologischen Kriegsführung“ – wie der hier analysierten –  dadurch aus, dass ich Menschen, die von sich meinen, Gegnern wie mir feindlich begegnen zu müssen, wider Erwarten keine Niederlage beibringe, sondern ihnen vielmehr durch gekonnte Grenzziehung (S. 2) zu der Einsicht/Erkenntnis verhelfe, dass es für sie gewinnbringender IST, mit mir zu kooperieren, statt mich besiegen zu wollen, genauer gesagt: zu müssen.

Die drei gerade gerade erwähnten Kompetenzen aber muss man systematisch erworben haben, um sie im Ernstfall dann auch  – situativ erfolgversprechend – praktizieren zu können, ist doch die wichtigste Grundage  von „Erfolg“- wie hier von mir praktisch vorgeführt- die Fähigkeit des Wirklich-denken-Könnens, und zwar sowohl auf der Sachebene, als auch – und vor allem! – auf der Beziehungsebene von Kommunikation, hier: im professionellen Umgang mit den „Soft SKills„, den ganz weichen, ganz flauschigen, zustimmungheischenden rhetorischen Wunderwaffen der Central Intelligence Agencys des Imperiums.

Für diese „Strecke“ also Waidmanns Dank, Frau Stelzenmüller! Man sieht sich.


[2] Militärischer Bestandteil der Resolution war lediglich die Durchsetzung einer Flugverbotszone zwecks Schutz von Zivilisten: „§ 6 Decides to establish a ban on all flights in the airspace of the Libyan Arab Jamahiriya in order to help protect civilians;” und “to take all necessary measures to enforce compliance with the ban on flights imposed by paragraph 6 above” Etwas anderes ist also nicht erlaubt (gewesen)! Es wurde dennoch gemacht, wie es auch General Reinhardt im Interview zugibt: „Moderator Breker: Die NATO soll nicht Partei sein in diesem Bürgerkrieg. Ist das nicht schon von Beginn an eine Selbstlüge gewesen? General a. D. Reinhardt: Die NATO war von Anfang an Partei, dadurch, dass sie dieses Flugverbot mit Waffengewalt durchgesetzt hat, wie das üblich ist, und damit hat sie sich natürlich gegen Herrn Gaddafi ausgesprochen. Wir müssen jetzt davon ausgehen, dass es nicht weiter in eine Richtung gehen kann, dass die NATO zur Luftwaffenunterstützung für die Aufständischen wird, denn das kann auch nicht die Aufgabe sein.“

[3] obwohl doch die Resolution 1973 ausdrücklich als Vorbedingung militärischer Aktionen diplomatische Aktivitäten vorgeschrieben hat; dies allerdings auch nur als Camouflage der wirklichen Kriegsziele versteht sich. Lies:

Acting under Chapter VII of the Charter of the United Nations,
§ 1 Demands the immediate establishment of a cease-fire and a complete endto violence and all attacks against, and abuses of, civilians;
§ 2 Stresses the need to intensify efforts to find a solution to the crisis which responds to the legitimate demands of the Libyan people and notes the decisions of the Secretary-General to send his Special Envoy to Libya and of the Peace and Security Council of the African Union to send its ad hoc High Level Committee to Libya with the aim of facilitating dialogue to lead to the political reforms necessary to find a peaceful and sustainable solution;

[4]     Cohn Bendit: „Grundsätzlich ist doch die Frage: Warum fällt es uns in Deutschland so schwer einzusehen, dass man den Revolutionären in Libyen helfen musste – weil insbesondere in Bengasi ein Blutbad drohte? Jeder kennt doch die Bilder vom Warschauer Ghetto“!

[5]  sagte ich „opportunistisch“?! Ich denke, es ist angemessener, von einer hetzerischen, ja schweinischen Presse zu sprechen, zumindest dann, wenn man folgende Stellungnahme verstanden hat:

Libyen: Gaddafis Schergen setzen Vergewaltigung als Waffe ein: Sie tun alles, um den Gegner zu demoralisieren: Soldaten des libyschen Machthabers Gaddafi sollen mit massiver sexueller Gewalt gezielt* gegen Frauen vorgehen. Ein Arzt berichtet allein in der belagerten Stadt Bengasi von rund 100 Opfern.

Hervorragend sind die allerdings auch die Kommentare, die diese Art der psychologischen Kriegsführung als Parteinahme in einem Bürgerkrieg sowie als Masche des Imperiums geißeln, von der ich in diesem Beitrag gesagt habe, dass sie  den von Stelzenmüller eingesetzten soft skills mittelfristig unterlegen sein wird! Schaun wer mal!

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Über blogfighter

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3 Antworten zu Psychologische Kriegsführung und meine Kampfkompetenz

  1. blogfighter schreibt:

    DLF-Beitrag vom 05.11.2014
    US-Kongresswahlen: Republikaner werden Kompromisse machen
    Politologin Constanze Stelzenmüller erwartet keine neue Strategie gegen den IS
    Constanze Stelzenmüller ist Expertin für Außen- und Sicherheitspolitik, arbeitet für den renommierten Washingtoner Thinktank Brookings.
    Mehr: http://www.deutschlandradiokultur.de/us-kongresswahlen-republikaner-werden-kompromisse-machen.1008.de.html?dram:article_id=302289

  2. profiprofil schreibt:

    Der Art. 26 GG ist der einzig richtige
    Standpunkt, Herr Westerwelle!

    Westerwelle: Zunächst einmal bleibt es beim Primat der Politik. Deutsche Außenpolitik ist Friedenspolitik, und deswegen bleiben wir auch bei unserer klaren Konstante, nämlich eine Kultur der militärischen Zurückhaltung.
    Aus: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1462745/

  3. profiprofil schreibt:

    Pazifismus ist der einzig richtige
    Standpunkt, Frau Stelzenmüller

    Als „sehr eindrucksvoll“ bezeichnet Constanze Stelzenmüller von der Berliner Stiftung „German Marshall Fund“ die Rede Barack Obamas an die arabische Welt. Der Westen könne zwar unterstützen (?!), es sei aber an der Zeit, dass die arabischen Staaten anfingen, selbst ihre Probleme zu lösen.

    Mehr: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1462718/

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