Münchner Dissidentenjagd: die „Süddeutsche“ bei der publizistischen Kriegsvorbereitung ertappt

Aktualisierte Fassung vom 12. 5. 2014

„Der aktuelle Fall (Grass-Gedicht – GW)  lehrt, dass Frieden, auch der gesellschaftliche, ein kostbares Gut ist. Dass Demagogie auch heute noch funktioniert. Und dass jedes Land Sachlichkeit und Fairness verdient“, so Stefan Kornelius in der SZ von heute, wobei man ergänzen muss, dass nicht nur jedes Land, sondern auch jeder Mensch „Sachlichkeit und Fairness verdient.“ Auch – und gerade – ein Dissident!

Kornelius´Rede ist von „Israel“ und Günter Grass – und meine Rede wird sein vom Umgang dieses Kritikers mit der Grassschen  „Provokation“; oder „Aggression“. Und mit dem publizistischen Versuch der publizistischen  „Auslöschung“ einer ehrbaren Persönlichkeit!

Ich werde auch hier wiederum eine Kritik vorlegen, gegen die kein Kraut gewachsen ist, zu der ich also auch hier – leider wiederum vergeblich – auf einen WIDERSPRUCH, der diesen Adelstitel denn verdiente, werde warten müssen.

Von außen betrachtet steht in der Auseinandersetzung von Kornelius mit Grass Aussage gegen Aussage, wenn Grass schreibt:

Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden? (Was stimmt!)

Und Kornelius kontert:

ln seinem Gedicht verwechselt der Nobelpreisträger Ursache und Wirkung – viele unabhängige Analysen bestätigen: Iran ist der Provokateur, nicht Israel

Denn darum geht es in Wirklichkeit: um den Unterschied zwischen einem „Gefährder“ des Weltfriedens und einem „Provokateur“!

Für Kornelius besteht darin kein Unterschied, für Grass aber schon.

Denkcheck zum Thema „Gefährder des Weltfriedens“

  1. Für jeden, der wirklich denken kann, ist der „Weltfrieden“ nur durch einen Angriffskrieg gegen einen für die Weltmächte strategisch wichtigen Verbündeten zu gefährden, d. h. also durch einen Angriffskrieg gegen Deutschland oder Israel beispielsweise, nicht aber gegen den Iran, denn der Iran ist politisch isoliert und mit niemandem verbündet.
  2. Würde der Iran Israel angreifen, dann müsste er in jedem Falle mit seiner „Auslöschung“ rechnen, ist dieses Potenzial doch den Atombombenbesitzerstaaten – in Sonderheit den USA – praktisch gegeben – was wiederum garantiert, dass der Iran Israel niemals angreifen wird.US-Israel-Relations
  3. Würde Israel den Iran angreifen, dann müsste der Iran im – wg. dem Strategem No. 2 unwahrscheinlichen – Falle seines legitimen und legalen Vergeltungsschlags mit seiner Auslöschung rechnen, zumindest für den Fall, dass Israel behauptet, es sei durch Irans Verteidigung „existentiell gefährdet“, eine Schutzbehauptung, die Israel – wie gehabt – auch gegenüber Herrn Kornelius nicht zu begründen brauchte!
  4. Fazit: Israel kann gegen den Iran einen völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Angriffskrieg (Art 26 GG) planen und führen, ohne in seiner Existenz bedroht zu werden, woraus zwingend folgt, dass nur Israel den Weltfrieden gefährden kann.

(Diese Argumentation ist nicht zu widerlegen; lies unbedingt „Israel vs. Iran“ von Heinz Sauren).

Kornelius weicht dieser Argumentation allerdings auch mit der listigen Formulierung aus „Iran ist der Provokateur, nicht Israel“.

Rabulistik zum Thema „Gefährder des Weltfriedens“

Für jeden, der wirklich denken kann, ist ein aber „Provokateur“ nicht unbedingt mit einem „Gefährder“ gleich zu setzen: der eine will zuschlagen, der andere kann es! So ist auch unbestreitbar, dass Iran mit seinem „Atomprogramm“, das sehr wohl auf den Bau einer Atombombe abstellen könnte, den Hegemon Israel provoziert, also hegemonial herausfordert, was Stefan Kornelius dann aber zu der Lüge verleitet

„Iran ist im Nuklearstreit der Aggressor, nicht Israel.“

Ja, was denn nun, Herr Kornelius: Provokateur oder Aggressor?! Aggressor ist immerhin ein völkerrechtlich definierter Begriff, den allerdings nur Lügner auf die Politik des Iran anwenden könnten.

Ich darf sowohl diesen Vorwurf des Herrn Kornelius wie auch seine widersprüchlichen „Begründungen“ einer  wirklich professionellen Analyse unterziehen:

  1. Ohne Begründung macht Kornelius aus seinem „Provokateur“ im Handumdrehen einen „Aggressor“, was einer rabulistischen Verleumdung gleichkommt, denn Tatsache ist, dass der Iran nachweislich niemanden angreift, was Kornelius aber nicht zugeben mag, wenn er weiterhin lügt:
  2. „Israel ist bedroht“, wo er doch objektiver Weise hätte schreiben müssen: „Israel fühlt sich bedroht“. Klar: Israel fühlt sich in seiner Vormachtstellung bedroht, was aber Kornelius mit dieser Rabulistik zu leugnen versucht, wenn er schreibt:
  3.  „Dabei geht es nicht darum, Israels militärische Dominanz zu festigen – das ist Unfug in einer Zeit, in der die Nachbarschaft des jüdischen Staates durch Revolutionen erschüttert wird und Gefahren nicht mehr militärisch gebannt werden können.“

Ich habe selten solch einen „Unfug“ aus der Feder eines Chefredakteurs gelesen, ist doch bekanntermaßen der Iran der erste revolutionäre Staat in der Region gewesen, der sogar auf Wunsch der USA (per Kriegsführung durch den Irak) beseitigt werden sollte. Wer so etwas schreibt, der lügt – oder er taugt für sein Amt nichts.

Und mit den von Kornelius gefeierten „Revolutionären“ verbinden insbesondere die fundamentalistischen Israelis und die fundamentalistischen Wahabiten (momentan) keine lukrativen Geschäftsinteressen mehr. Wenn es also nicht – wie ich es behaupte – die Befestigung der militärischen und politischen Vormachtstellung Israels (und der USA) in der Region sein soll, weshalb darf dann Israel „über einen Präventivschlag zur Abwehr der Bedrohung nachdenken“?!

„Nachdenken“, sagt unser putziger Leitartikler, eine Tätigkeit, die auf jeden Fall ihm selbst anempfohlen werden muss! Über einen „Präventivschlag nachdenken“, dessen „Planung“ – und nur darum geht es beim israelischen „Nachdenken“ – nicht nur  völkerrechts-, sondern auch grundgesetzwidrig ist, und zwar strafbewehrt! Von daher auch die klare Kante des Günter Grass: „

Weil gesagt werden muss, was schon morgen zu spät sein könnte; auch weil wir – als Deutsche belastet genug – Zulieferer eines Verbrechens werden könnten, das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre.

Denn schon die „Planung“ eines Angriffskriegs ist (auch) nach deutschem Recht (Art. 26 GG) ein „Verbrechen“, Herr Kornelius, von der deutschen Lieferung atombombenbewehrter U-Boote in das „Spannungsgebiet“ Numero 1 hier einmal ganz zu schweigen!

(Auch diese meine Argumentation ist nicht zu widerlegen),

Denkcheck zum Thema „existentielle Bedrohung Israels“

Stefan Kornelius verkneift sich ja kluger Weise die Verwendung des Wortes „antisemitisch“, jedoch kann natürlich – also gezwungener Maßen – auch er nicht auf die Instrumentalisierung der Antisemitismus-Lüge verzichten, basiert doch ideologisch, wie ich es nachgewiesen habe – www.blueprinttheorie.de – ausschließlich auf dieser auch von Grass aufgedeckten Lüge das Marketing der praktischen und der publizistischen Kriegsvorbereiter weltweit:

Jeder weiß doch , wenn er auch sonst nichts weiß, dass der Staat Israel der Vorposten des US-Imperialismus im Nahen Osten ist, der seinerseits bekannter Maßen die Doppelstrategie fährt:

 Chaos Zwecks Regime Change = Produktion Von Terroristen =
War On Terror = Permanenter Krieg = Krasse Geschäftsidee!

Gegen das – von Grass ja gar nicht erwähnte – Gebot der „Waffengleichheit“ – Grass plädiert für ein gleiches Recht für alle – führt Kornelius folgendes Argument ins Feld:

Wichtig ist auch, die politische Absicht eines Bombenträgers zu durchleuchten. Israel setzt sein Nuklearpotential politisch nicht offensiv ein, es droht nicht mit der Bombe und es zieht auch keine offensiven, taktischen Vorteile aus dem Besitz

Nein: Israel „droht nicht mit der A-Bombe“ sondern „nur“ mit einem militärischen Überfall auf iranische Einrichtungen, dem der Iran verwunderlicher Weise deshalb militärisch nicht begegnen könnte, weil er dann nämlich wirklich (!) Gefahr liefe, atomar verwüstet oder „ausgelöscht“ (Grass) zu werden.

Abgesehen davon: auch der Iran „droht“ im Übrigen „nicht mit der Bombe“, was aber unsere informellen Mitarbeiter der publizistischen Kriegsvorbereitung nicht daran hindert, von der „existentiellen Bedrohung Israels“ durch eine einzige A-Bombe des Irans zu faseln; Zitat  Stefan Kornelius:

Muss man Irans Nuklearprogramm hinnehmen und damit das Risiko akzeptieren, dass Israel mit einer einzigen Atombombe vernichtet werden kann? Oder muss man mit allen Mitteln, auch mit jenen des Militärs, diesen nuklearen Wahnsinn stoppen (und die Gefahr akzeptieren, dass diese Operation scheitert)?

Joe Biden, stellvertretende Präsident der USA und bekennender Zionist – „I Am A Zionist. You Don’t Have To Be A Jew To Be A Zionist“ – hat auf der AIPAC Policy Conference in 2013 bestätigt, dass Israel, sieht man einmal von Monaco, San Marino und dem Vatikanstaat ab, der am besten zu schützende und der de facto am besten gegen Raketenangriffe geschützte Staat der Welt ist!

Für Kornelius ist sein oder muss man…. selbstredend nur ein rhetorisches Geschwätz, gehört doch auch er zu den Protagonisten jener „Militarisierung der deutschen Außenpolitik“, die von den Egoshootern Schröder und Fischer 1999ff. betrieben worden, und vom II. Senat des BVerfG abgesegnet worden ist.

Besonders makabre Züge nimmt die Rabulistik der Bedrohungslüge an, wenn es um „Israels Selbstverteidigungsrecht und die „Option Präventivschlag“ geht, betrachtet man dieses Kabinettstückchen eines Reinhard Müllers: „

So dürfte auch Israel unter Berufung auf sein Recht zur Selbstverteidigung handeln, wenn es die Bedrohung für groß genug hält. Dieses „naturgegebene“ Recht ist aus der Sicht des Angegriffenen zu beurteilen. Freilich wird sich auch Iran im Fall des Falles auf sein Recht zur Selbstverteidigung berufen.

Den „Freilich“-Zusatz hätte sich diese Leuchte des Journalismus freilich ersparen können, habe ich doch den unwiderleglichen Nachweis erbracht, dass der Iran aufgrund des status quo weder angreifen noch (!)  sich verteidigen dürfte, will er nicht Gefahr laufen, „to be wiped from the map“!

Die Lebenslüge der Bellizisten ist doch die, „dass Israel mit einer einzigen Atombombe vernichtet werden“ könne, weshalb auf ihr das gesamte publizistische Kriegsvorbereitungsprogramm Israels und seiner Fight-For-Israel-Karrieristen-Kameradschaften basiert, weswegen sie jetzt von www.strategiedenker.de diesem unwiderleglichen Denkcheck unterzogen wird:

  1. Es gibt kein Land auf der Erde, das in seiner Gesamtheit so perfekt gegen Raketenangriffe oder Angriffe mit konventionellen Waffen verteidigt werden kann, wie Israel; die Gründe liegen in seiner geostrategischen Lage (klein, überschaubar, bestens vernetzt und verbunkert), in der wirklich bewundernswerten Kampfkompetenz seiner Bewohner sowie in einer HighTec-Hochrüstung, die weltweit nichts ihresgleichen hat: satellitengesteuerte Frühwarnsysteme, differenzierte Raketenabwehrsysteme, weltweit operierende Spionagekräfte und zwei Verbündeten (USA und Saudi Arabien), die mit einer Waffenansammlung an der Haustür wachen, die in ihrer „auslöschenden“ Wirkung unübertroffen ist.
    Kurz gesagt: Israel ist absolut unverletzlich – worauf ja dann im Übrigen auch genau seine innen- und außenpolitischen Probleme gründen!
  2. Kornelius ventiliert nichtsdestotrotz die lügnerische OPFERMENTALITÄTER-Masche der israelischen Regierung, wenn er diese  rhetorische Frage aufwirft: „Funktioniert (im Iran – GW) bei derartiger religiös-ideologischer Überladung das Gesetz von Abschreckung, von Erstschlag und Gegenschlag noch? Zumal doch “ Irans Vernichtungsphantasien gegen Israel (…) hinreichend dokumentiert“ seien.
    „Vernichtungsphantasien“, gar noch  „dokumentierte“ Vernichtungsphantasien, so „phantastisch“ wie dieser Artikel aus 1000 und einem Tag hier?!
    Das ist doch, mit Verlaub gesagt, ein waschechter argumentativer Knieschuss von Herrn Kornelius höchstselbdritt, wenn denn Logik und Empirie noch eine Chance hätten im Denken seiner Leser; ansonsten: Weihwasser auf die Mühlen der Bellizisten.
  3. Ich antworte Kornelius: der Iran ist eine „islamische“ Republik, die von Religionsführern geleitet wird. Diese sind als „Fundamentalisten“ dem Koran verpflichtet, und der Koran kennt – im Unterschied übrigens zu Thora und Talmud – keine rassistische Legitimation (und keine „Phantasien“) für einen Krieg, also auch nicht für einen Völkermord / Holocaust.humans und animals
  4. Wenn Kornelius die Gelegenheit haben sollte, so mag er sich diesbezüglich bei den jüdischen Gemeinden in Teheran erkundigen, die bestätigen werden, dass es ihren Esther3Mitgliedern im Iran hervorragend geht – und dass der Begriff der „Ausrottung“ nur im Alten Testament (als triumphierende jüdische Geschichtsschreibung) vorkomme. (Natürlich würde ich es den Mullahs nicht zugestehen, daraus für sich eine „existenzielle Bedrohung“ des Irans abzuleiten und Israel „präventiv“ zu bombardieren).
  5. Wenn die Antisemitismus-Lügner mit der Lüge von der „existenziellen Bedrohung“ Israels Verbündete gewinnen wollen, dann ignorieren sie bewusst, dass Antisemitismus nach Auschwitz die Konnotation „Völkermord“ hat, also eine politologische Kategorie ist – und keine psychologische Kategorie mehr sein kann – weswegen die Etikettierung der Denkweise einer Persönlichkeit als „antisemitisch“ nicht nur eine Beleidigung, sondern eine Stigmatisierung nach Art des Judensterns darstellt. Lies: KEIN ANTI-SEMITISMUS OHNE SEMITISMUS
  6. Dies passiert ungeheuerlicher Weise mit Grass, wenn von dem Rassisten Eli Jischai, seines Zeichens israelischer Innenminister, die Vergangenheit von Grass „in SS-Uniform“ während des Zweiten Weltkriegs (D. Brössler) angesprochen wird, wohl wissend, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen der Freiwilligenorganisation „SS“ und der wehrpflichtigen „Waffen-SS“ gegeben hatte – doch: was soll´s, ist doch über die Antisemitismus-Lüge von mir bereits alles Wesentliche gesagt worden.

Allerdings kann es auch der Stefan Kornelius nicht lassen, falsch Zeugnis wider seinen Nächsten zu reden, wenn er dem Grass mit nur einem Satz diese „Infamie“ (Steinfeld) reinwürgt: „Es bleibt lediglich, dass ein deutscher Nobelpreisträger mit einer Vergangenheit als SS-Mann Israel angreift und von Iran dafür belobigt wird.“

Kürzer hätten diese gesellschaftliche „Auslöschung“/ Entehrung / Diffamierung / Liquidierung / Exklusion / Aussonderung / Sonderbehandlung / Selektion eines Dissidenten seinerzeit weder die „Prawda“, noch der „Völkische Beobachter rüberbringen können; desserthalber ein Münchnerisches

Waidmannsheil, Herr Kornelius! Und:
Wer ist der nächste auf Ihrer publizistischen Abschussliste?!

PS. Ich werde es jedenfalls nicht sein, denn dazu sind Sie unfähig – und dafür sind Sie zu feige und zu fiffig! (das „p“ schenke ich Ihnen vielleicht später einmal)

MEIN LESERKOMMENTAR AUF SPIEGEL-ONLINE vom 16. 11. 2012

Gazakrieg 2012 - 1Gazakrieg 2012 - 2

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7 Antworten zu Münchner Dissidentenjagd: die „Süddeutsche“ bei der publizistischen Kriegsvorbereitung ertappt

  1. gabrielewolff schreibt:

    Das ist das Problem unserer Medien und der Einzelnen, die sich herausgefordert fühlen, Günter Grass ad hominem anzugreifen: zu einer rationalen Betrachtung der Lage – weder des Gedichts noch der politischen Situation oder gar der Historie der Waffen-SS ab dem 1.7.1944 – sind sie nicht fähig. Meinungsstark sind sie gleichwohl.

    Wie Sie bemühe ich mich um ein Gegengewicht:

    http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/04/14/grass-gedicht-uber-die-arroganz-unserer-versagenden-medialen-vordenker/

  2. Esra Yildiz schreibt:

    Ihre Thesen seien dahingestellt – und sind von Ihnen als unwiderlegbar deklariert. Ich teile Ihre Meinung zu der Problematik nicht, habe Ihnen jedoch keine Gegenthesen präsentiert, sondern lediglich Fakten, die bei nuklearen Strategiespielen eine Erwähnung wert sein sollten. Grassens Ausfall halte ich für unsäglich: der Umgang damit ist jedoch nicht immer glücklich, gelinde gesagt. Ihr Kanon von der „Antisemitismus-Lüge“ toppt das Ganze nochmal.

    • blogfighter schreibt:

      Ihre Arroganz – ….“seien dahingestellt …- ist schon beeindruckend, dokumentieren Sie doch, dass es Ihnen nicht um die Klärung von „Strategiespielen“ geht, sondern einzig um die Bekundung einer Meinung, wozu Sie natürlich jedes Recht der Welt haben. „Fakten“, auf die Sie sich zurückziehen, sind nicht allein mit Ihren Schlussfolgerungen gleich zu setzen, sondern sie sind zu interpretieren. Und vor der Kritik meiner Interpretationen haben Sie sich erneut gedrückt: und das ist der Fakt, der Sie hier anzählt!

      Während ich nämlich Ihrem Hauptargument – geostrategische Benachteiligung Israels – unwiderleglich widersprochen und damit die Grasssche Behauptung, dass Israel als Angreifer auftritt und nicht der Iran, (zum wiederholten Male) mit Fakten belegt habe, flüchten Sie sich weiterhin in „Ausfälle“ gegen mich: Wieso eigentlich finden Sie meine Darlegung der Antisemitismus-Lüge „unsäglich“ hoch drei, haben Sie doch – für jeden offensichtlich – auch zu diesem Beitrag nichts Substantielles, Weiterführendes zu sagen, was ich zwar bedauerlich, aber doch sehr verständlich finde?!

  3. Esra Yildiz schreibt:

    Drei Fakten, die bei Ihrer strategischen Aufrechnung mit dem Militärhistoriker Wolffsohn nicht zur Sprache kommen:

    1.) Israel ist in etwa so groß wie das Bundesland Hessen. Damit ist das Land ein sogenannter One-Bomb-State: Ein atomarer Treffer genügt, um das gesamte Territorium empfindlich zu treffen oder zu verseuchen, die gesamte Bevölkerung zu treffen. Der Iran hingegen ist so groß wie Polen, Deutschland, Frankreich und Spanien zusammen. Die Abstände sind groß, und das unterstellte Atomprogramm des Irans wird fernab von bevölkerten Teilen des Landes betrieben.

    2.) Israels Bevölkerung (Juden, Araber, Christen, Drusen) ist etwa 7,7 Millionen groß, bei einer Bevölkerungsdichte von 340 Menschen pro km2. Der Iran hingegen hat zehnmal mehr Einwohner, und eine Bevölkerungsdichte von 45 Menschen pro km2. Allein Teheran hat mehr Einwohner als ganz Israel.

    3.) Israel ist am Status Quo des „Weltfriedens“ interessiert. Ein vernichtender Schlag gegen die iranische Bevölkerung würde zu einem blutig-fanalen Aufstand der Palästinenser führen, und der arabischen Welt auf ewig den Racheschlag nahelegen.Der Iran hingegen hat sich in eine hoffnungslos isolierte Position begegben, bzw. ist entsprechend geächtet worden. Die grüne Welle der arabischen Aufstände macht es den Machthabern perspektivisch nicht einfacher. Das Land steht auch ökonomisch mit dem Rücken zur Wand, hat nichts mehr zu verlieren.

    • blogfighter schreibt:

      Ich darf Sie bitten, meine sechs Thesen zu widerlegen – es wird Ihnen nicht gelingen.

      Die Daten, die Sie – wozu eigentlich: zur Rechtfertigung eines völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der Israelis?! – auflisten, sind zutreffend, können aber anders interpretiert werden und sind völkerrechtlich irrelevant. Nur ein Beispiel: Israel ist gerade wegen seiner geringen Ausdehnung – also aus geostrategischen Gründen – hervorragend zu verteidigen, insbesondere gegen Luft- und Raketenangriffe. Die Israelis wissen dies auch, weshalb das One-Bomb-Horror-Szenario ein absoluter Fake ist.

      Auch Sie wüssten keinen Grund zu nennen, warum Iran Israel auslöschen sollte, nur „weil es nichts mehr zu verlieren“ habe?! Es hätte in einem Angriffskrieg gegen die USA alles zu verlieren, weshalb auch Sie sich nur auf die Äußerung des Maulhelden stützen könnte, die dazu noch gefaked sind.

      In der Tat ist Israel am Status Quo des Weltfriedens, konkret: seiner Hegemonialposition im Nahen Osten, interessiert, die Israel vor allem dadurch verlieren würde, wenn es einen Angriffskrieg realisierte. Dass die israelischen Falken mit der Planung eines Angriffskriegs von den inneren und äußeren Schwierigkeiten des Landes ablenken wollen, sollten Sie ebenfalls nicht übersehen: in diesem Sommer wird sich die israelische Protestbewegung gegen die Kriegspolitik der eigenen Regierung noch stärker bemerkbar machen als im letzten Jahr schon.

      Das sind Zeichen der Hoffnung auf eine neue Nahostpolitik in Richtung „friedliche Koexistenz“, eine Politik, die auch das Ziel von Günter Grass ist.

      Ich bitte Sie also um Widerlegung meiner 6 Thesen.

  4. blogfighter schreibt:

    Prof. Wolffsohn – die Antisemitismus-Lüge in Person

    Der Kern der Grassschen Kritik besteht seiner Behauptung: „Israel ist ein Gefährder des Weltfriedens“. Dafür wird er gegeißelt, doch ich habe in Münchner Dissidentenjagd seine Kritiker widerlegt. Hier die Kurzfassung meiner Begründung:

    NIEMAND KANN WIDERLEGEN,

    1. dass Israel „die Bombe“ besitzt – und der Iran nicht.
    2. dass Israel die Bombe einsetzen kann und der Iran nicht
    3. dass Israel deshalb den Iran überfallen kann, ohne von diesem militärisch bedroht werden zu können
    4. dass bei einem (unwahrscheinlichen) Verteidigungsangriff des Irans Israel sich „existenziell bedroht“ fühlen, den Bündnisfall erklären und den (atomaren) Zweitschlag führen könnte, alles strategische Möglichkeiten, die der bündnisfreie, absolut isolierte, militärisch schwache, zu einem Angriff (WOZU auch?!) völlig ungeeignete Iran nicht besitzt.
    5. dass der Islam – im Gegensatz zum Zionismus – keine rassistische Weltanschauung ist.
    6. dass ein jeder Deutscher, also auch Günter Grass und Frau Merkel, an das strafbewehrte Verbot der Planung und Durchführung eines Angriffskriegs (Art. 26 GG) gebunden ist, ein Gebot, das allein schon durch die Lieferung von 6 atombombenbestückbaren U-Booten in das „Spannungsgebiet“ Numero 1 verletzt wird.

    Thesen zum Mengele-Prinzip des Herrn Wolffsohn

    Die Haupt-Masche von Prof. Wolffsohn gegenüber dem Kritiker Grass besteht in der Ausgrenzung / Exklusion von Grass aus dem Kreis der „Instanzen“, die sich Wolffsohns Meinung nach überhaupt nur auf die Wahrnehmung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit (Art. 5 GG) berufen dürfen.

    Dazu diese Illustrationen seiner Methodik

    1. Die Lüge von der „Doppelbödigkeit“ des Grassschen Verhaltens

    Zitat Wolffsohn: „wir (sic) können uns (nicht) von jemandem historischen, geschichtspolitischen Nachhilfeunterricht geben lassen, der ein sogenanntes Gedicht schreibt, das vom Schweigen und Verschweigen spricht, der aber selber 61 Jahre lang seine Vergangenheit verschwiegen hat. Wie immer man zu dieser Vergangenheit steht – ich kann nicht diejenigen, die verschwiegen haben, anklagen und selber verschwiegen haben. Diese Doppelbödigkeit, die ist nicht akzeptabel“

    Die Verschweige-Lüge:

    Die Lüge Wolffsohns besteht in der Behauptung, Grass hätte vom Verschweigen der „wir“ gesprochen, wo Grass doch in Wirklichkeit von „meinem“ Schweigen gehandelt, also keine Schweige-Kritik an Juden, sondern Selbstkritik geübt hatte.
    Die Masche: W. unterstellt in verleumderischer Weise dem Grass ein – überdies objektiv läppisches – Vergehen namens „Verschweigen“, um daraus für seine Wir-Gruppe ableiten zu dürfen, den Grass als einen unglaubwürdigen und deshalb „moralisch“ desavouierten Kritiker Israels aus dem Kreis der Dazugehörenden aussondern/selektieren zu dürfen. Das ist das Mengele-Prinzip der Rhetorik, hier der Herrenmenschenarroganz entsprechend: „wer Jude (bzw. Kritiker) ist, das bestimme ich“ (Lueger bzw. Göring).

    Die Antisemitismus-Lüge

    Die Schweinerei – genauer: die moralpolizeilich verbrämte Arroganz – besteht also darin, dass Wolffsohn sich anmaßt, Grass aus dem Freiraum der Grundrechte, nämlich: sich als Künstler frei äußern zu dürfen (Art. 5 GG), zu expedieren, wenn er sagt:

    „Es geht nicht um den Künstler (Grass) und die Kunst (sein Gedicht), sondern es geht um ein Ursignal (sic), dass jemand, der wie gesagt diese Vergangenheit hat, darüber geschwiegen hat, sich zur moralischen Instanz emporhebt. Und wenn das Thema Holocaust aufkommt und wie gesagt von jemandem, der – Stichwort Waffen-SS – dabei war, dann gibt es keine rationale Diskussion mehr.

    Wolffsohn bestimmt also, wer etwas sagen darf und wer nicht – und wann bei ihm bzw. bei „wir“ – ich gehe hier einmal davon aus, dass er alle Juden für sich reklamiert – Schluss mit einer „rationalen“ Diskussion wäre (so, als ob es überhaupt eine „irrationale“ Diskussion geben könne).

    Wolffsohn reflektierte in diesem Zitat die Reaktion von Herrn Graumann, dessen Haltung gegenüber Grass von der Moderatorin des DFL so dargestellt wird:

    die Reaktion des Zentralrats der Juden aus der vergangenen Woche. Der hat Günter Grass Antisemitismus (sic) vorgeworfen, er habe ein aggressives Pamphlet der Agitation verfasst. Was wäre denn passiert, wenn Dieter Graumann gesagt hätte, schulterzuckend, wir haben Kunstfreiheit in der Bundesrepublik, kümmert mich nicht?“

    Der Kernwitz ist der, dass sich die Zionisten die Antisemitismus-Lüge ausgedacht haben, um ihre Interessen gegen eine berechtigte Kritik durchsetzen zu können (außer den Zionisten verwendet niemand dieses Instrument).

    Beachtlich in diesem Moment des Interviews ist nun allerdingsdie – ich muss es so bewerten – Kühnheit und Brillanz der Moderatorin, Herrn Wolffsohn die einzig richtige Frage zu stellen, eine Frage, die man sich merken sollte, weil die Reaktion von Wolffsohn verrät, dass es sich beim Antisemitismus-Vorwurf in Wirklichkeit um eine „auslöschende“ Waffe, also um ein Schlag-Wort, um ein verbales Totschlaginstrument handelt, lässt es sich doch – selbstverständlich – in einer „rationalen Diskussion“ nicht aufrechterhalten.

    Frau Schulz (DLF): „Aber die Frage bleibt: Wie muss Kritik an der israelischen Regierung, an der israelischen Politik, auch an der Atommacht Israel aussehen? Wie muss die daherkommen, damit sie nicht als antisemitisch degradiert wird?

    Eine super Frage, auf die Herr Wolffsohn die Antwort verweigert, weil er sie auch nicht beantworten kann, ohne zu phantasieren und zu lügen, weil er sie verweigern muss, weil er die Antisemitismus-Lüge auch zukünftig noch braucht zur Zersetzung rationaler Kritik und wirklich denken könnender Kritiker.

    Wolffsohn ist – neben Henryk M. Broder – der schlimmste Hetzer gegen „die Deutschen“ (Broder zitiert gerne: „die Deutschen werden den Juden Auschwitz niemals verzeihen!“), weshalb er auch vom Deutschen Bundestag als Unterwerfungsgeste ohne Gegenstimme als Experte für „Antisemitismus“ in Deutschland geadelt worden; hierzu empfehle ich das Studium meiner Kritik dieses „Berichts“

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