Anmerkungen zur „Kampfkompetenz“ der Deutschen Israel-Lobby

Es gibt auch hierzulande eine Israel-Lobby – darunter prominent der Zentralrat der Juden in Deutschland – die sich vor allem durch ihre „deutsche“ Nibelungentreue zu den Taten und Untaten aller israelischen Regierungen auszeichnet. Die damit immer einhergehende Arroganz und Betriebsblindheit – right or wrong?! my country!! – führte jetzt  dazu, dass ein Herr Graumann in seiner Funktion als Vizepräsident des ZDJ die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an eine Frau Langer damit rückgängig zu machen suchte, dass er den Bundespräsident  beschuldigte, „jemanden“ ausgezeichnet zu haben,  „der professionell, chronisch und obsessiv die Dämonisierung Israels betreibt. (…) Sie trägt ihr Jüdischsein als Fahne vor sich her – doch ihre jahrelange Israel-Hetze macht das nicht besser.“ (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,637343,00.html )

Bezeichnend – und typisch für alle Vertreter der Israel-Lobby – ist nicht nur, dass sie selbst ihr „Anderssein“ – sie nennen es fataler Weise genau so, wie die Nazis es überhaupt erst kreiert haben, „ihr Jüdischsein“ – dann und solange „als Fahne vor sich hertragen“, wie ihn das nützlich zu sein scheint.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Erfahrung, dass der eine oder andere (bei dieser aufs Siegen und Rechtbehalten abstellenden Denke) auch mal zu der – einzig richtigen – Erkenntnis gelangen kann, derzufolge es das „Jüdischsein“ in Wirklichkeit gar nicht gibt, oder aber, dass es aufs „Jüdischsein“ bei der Beurteilung eines Menschen oder eines Ereignisses „eigentlich“ gar nicht ankommt, gar nicht ankommen darf! Hier ein Parade-Beispiel für den voluntaristischen Gebrauch der Wahrheit:

„sie, herr palmer, sind ein trittbrettfahrer dieser konjunktur, wenn sie schreiben: „Ich sage dies als Enkel eines Juden…“

sie sind also viertel- oder achteljude – entsprechend den nürnberger gesetzen oder der halacha? und was bedeutet das? hat man als viertel- oder achteljude einen anderen Blick auf die Welt? was halten sie als vierteljude von der pendlerpauschale? wie stehen sie als achteljude zum flaschenpfand?

mit vollen Hosen, herr palmer, lässt sich gut stinken, dies übung beherrschen sie perfekt.“ (Henryk M. Broder in seiner unten zitierten Schmähschrift)

Richtig, Broder: „das Jüdischsein“ bedeutet in der Tat so wenig für die Kompetenz zur Erkenntnis von Wirklichkeit wie das „Deutschsein“, oder das „Ariersein“, oder das „Menschsein“  – oder meinethalben auch das „Bayersein„!

Last but nut least: bezeichnend für das Kampfkomptenz-Verständnis der Deutschen Israel-Lobby  ist die Etikettierung/Stigmatisierung von Andersdenkenden – insbesondere von Kritikern bestimmter politischer und kriegerischer Maßnahmen der israelischen Regierung – mit Schlagworten wie „Dämonisierer“, „Hasser“ oder „Hetzer“, Schlagworte, die – als politische „Kampfbegriffe“, wohlgemerkt – auch in der NS-Hassecke nicht unbekannt sind!

Fazit: Es ist also genau diese Verwischung des fundamentalen Unterschieds von „Kritik“ einerseits und „Hetze“ andererseits, die es nicht nur Herrn Graumann, sondern auch den – im Selbstverständnis – „Juden“  Broder,  Giordano oder Medoff ermöglicht, in einer Graumannzone zu wirken, die ihnen die Abstempelung eines unliebsamen Anderern – insbesonders eines  Kritikers „Israels“ – als einen „Antisemiten“ ( Broder bevorzugt das Wort „Antizionisten„)  geradezu aus Staatsräson gebietet. Wie hier  von Medoff vorgeschlagen:

„Was ist, wenn man Israel mit Nazi-Deutschland vergleicht? Die Analogie ist abscheulich verquer, aber zeigt sie notwendigerweise Hass auf Juden, das Judentum oder das jüdische Volk? Der Definition der US-Regierung zufolge ja: “Die Dämonisierung Israels (…)  kennzeichnet eher eine antisemitische Ausrichtung als eine zulässige Kritik.” (Rafael Medoff ist Direktor des Davis S. Wyman Institute for Holocaust Studies. Aus:  SZ  vom 20. 08. 2008)

Tatsache ist: weder ich noch ein anderer wirklicher „Kritiker“ der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern bestreitet das Existenzrecht der Israelis (und nur das wäre „Holocaust“ und damit Antisemitismus!), auch und erst recht Frau Langer nicht, die sich allerdings ein „Israel“ vorstellen kann, dass anders aussieht, als der heutige, auf dem „typisch deutschen“ – nämlich völkischen – Abstammungsprinzip beruhende Staat Israel. Und die von den „Fight-for-Israel-“ und den „Stop-the-bomb-“ Leuten an die Wand gemalte Bedrohung der atomar betriebenen Endlösung für „Israel“ (der ja auch die Leute zum Opfer fallen würden, für die „der Islam“ sich einsetzt: alle Palästinenser, alle Iraker, alle Syrer, alle Iraner, alle.. ) wäre in einem multikulturellen „Vielvölkerstaat“  Palästina gänzlich gegenstandslos; anders gesagt: die heute absolut  nicht mehr bedrohte „Existenz“ aller Israelis wäre also durch das Abrücken ihrer Wortführer von der – sie negativ und bedrohlich „auszeichnenden“ – rassistisch-völkischen Opfermentalitätmehr als absolut gesichert! Doch das – so befürchten die „Fight For Israel-Protagonisten – gefährdet ihre politisch-ökonomischen Geschäftsinteressen, um die es nicht nur in Deutschland, in Italien, in Russland, in Afghanistan, sondern eben auch hier in erster und letzter Instanz geht!

Die Masche der „Israel-Lobby“ – die Antisemitismus-Keule zu schwingen, um wieder mal eine Kritikerin oder, wie hier geschehen, den deutschen Bundespräsidenten in die Bredoullie (Bedrängnis, Verlegenheit) zu bringen – ist von mir diskussionswürdig beschrieben und kritisiert worden. Bleibt mir nur, zu hoffen, dass dieser verwerflichen, weil denunziatorischen  Spielart von „Kampfkompetenz“ zumindest in Deutschland kein Erfolg beschieden ist – und dass sie von den wirklich um die „jüdischen“ Israelis  besorgten Lobbyisten endlich als verwerfliches Propagandainstrument bewertet und geächtet werde….!?.

Als  Beispiel dafür, dass diesem Wunsch von Seiten der Fight For Israel-Lobby noch nicht entsprochen worden ist, darf die hier der Stuttgarter Zeitung entnommene Auseinandersetzung gewertet werden:

Im folgenden lesen Sie den E-Mail-Wechsel zwischen Henryk M. Broder und Tübingens OB Boris Palmer.

Es beginnt alles auf: www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/boris_palmer_is_not_amused/

Broder an Palmer

sehr geehrter herr palmer,

ich arbeite an einem hintergrundbericht über den fall felicia langer für das wall street journal europe und wäre ihnen sehr dankbar, wenn sie mir vier fragen beantworten würden:
1. war ihnen zum zeitpunkt des antrags, frau langer das bvk zu verleihen, bekannt, dass frau langer vor drei jahren den „menschenrechtspreis” der „Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V.” erhalten hat, einer vereinigung ehemaliger stasi-mitarbeiter?
2. war oder ist ihnen bekannt, dass frau langer die rede des iranischen präsidenten bei der „durban-2-konferenz” in genf ausdrücklich als einen beitrag zum frieden gelobt hat, während sie in den meisten medien vor allem als anti-israelische hetze aufgenommen wurde?
3. sind ihnen die gründe bekannt, die frau langer bewogen, 1990 von israel in die bundesrepublik zu ziehen?
4. kennen sie einen einheimischen deutschen kommunisten, der für seinen einsatz um die menschenrechte mit dem bvk erster klasse ausgezeichnet wurde?
und schließlich: 5. sind ihnen die fälle „Hans Ernst Schneider alias Hans Schwerte” und „Heinrich Wilhelm August Bütefisch” bekannt? ich möchte gerne versuchen, dann fall lange zu entskandalisieren und als das darzustellen, was er vermutlich ist: eine vermeidbare panne in der kommunikation unter behörden.
für eine rasche antwort wäre ich ihnen sehr dankbar
henryk m. broder, berlin, 21.7.09

Palmers Antwort an Broder

Sehr geehrter Herr Broder,
Gegenfrage: Glauben Sie, ich hätte noch nie einen Artikel von Ihnen gelesen und würde nicht erkennen, was Sie wirklich beabsichtigen?
Ihr Ziel ist doch nicht die Entskandalisierung, ich bitte Sie. Werden Sie auch darüber schreiben, dass die von Hass geprägten Reaktionen einiger Langer-Kritiker so weit gehen, sie in eine Reihe mit Adolf Hitler zu stellen?
Sind Sie nicht auch der Meinung, dass ich sofort zurückreten müsste, wenn ich sagen würde: „Wir haben Hitler und Stalin überlebt, wir werden auch Achmadinedschad und Henryk M Broder überleben”? Über Felicia Langer darf man das aber sagen und dabei sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben und niemand stört sich daran?
Ich stehe Ihnen morgen für ein Telefonat zur Verfügung, wenn Sie das wünschen. Einstweilen kann ich Ihnen versichern: Ich kenne Felicia Langer und Ihren Mann persönlich. Ich weiß, dass ihr Motive nicht Hass, sondern Mitmenschlichkeit ist. Es geschieht ihr Unrecht, wenn ihre Kritik an Israels Politik mit der Absicht, Israel zu vernichten, gleichgesetzt wird.
Ich weiß um die Traumatisierung vieler Israelis und Juden durch den Holocaust und die bis heute anhaltende Bedrohung der Existenz des israelischen Staates.
Deshalb verstehe ich die Reaktionen, aber ich halte sie nicht für richtig. Die Existenz Isreals wird sicherer sein, wenn Kritik nicht mehr mit Vernichtung gleichgesetzt und Meinungsfreiheit respektiert wird, auch wenn die Meinung einseitig oder zugespitzt formuliert wird. Frau Langer hat das Bundesverdienstkreuz zu Recht erhalten. Wahrscheinlich genügt Ihnen das ohnehin völlig für den Zweck Ihres Artikels.

Mit freundlichen Grüßen
Boris Palmer
Oberbürgermeister
Universitätsstadt Tübingen

Broder zurück an Palmer

sehr geehrter herr palmer,

ein kurzer nachtrag zu meiner mail, die ich vor einer stunde an sie geschickt habe: ist ihnen bekannt, dass frau langer ein „vorwort” zu einem buch des düsseldorfer politikers jamal karsli geschrieben hat, der mit seinen antisemitischen äußerungen zuerst die grünen und dann fdp in nrw kompromittiert hat? www.karsli.net/?p=165 bleiben sie dennoch bei ihrer einschätzung, frau langer sei keine antisemitin?
fragt sich
hmbroder

Palmer wieder an Broder

Sehr geehrter Herr Broder,
An meiner Meinung ändert sich auch durch diesen weiteren Scheinbeleg nichts. An meiner Meinung zu Ihrer Interviewtechnik auch nicht.
Statt Suggestivfragen könnten Sie ja doch echtes Erkenntnisinteresse zeigen. Wieso unterstützt ein grüner Oberbürgermeister diese Ehrung?
Welche persönliche Geschichte hat er? Wie gut kennt er Frau Langer? Und nebenbei: Müssten Sie sich nicht auch wie Frau Langer fragen lassen, was Sie mit Ihren Artikeln bewirken und wer sich auf Ihre Seite schlägt? Aktuelle Kostprobe aus meinem Maileingang:
Boris Palmer,
du hast dieser dreckigen Langerschlampe das Bundesverdienstkreuz verliehen. Das macht dich zum schmierigen, widerlichen, übelen, kleinen Judenhetzer in der Tradition von Streicher/Stürmer die bei Bündnis 90/die Grünen weiterhin hochgehalten wird. . Grünlinks wichsende Gutmenschen so wie du sind die schlimmste Plage die dieses Land seit Adolf Hitler heimgesucht hat. Jetzt hau ab und sorge dafür dass diese Schlampe das BVK wieder aberkannt bekommt.
Fuck Islam !
Können Sie sich vorstellen, was Frau Langer alles aushalten muss?
Passt aber bestimmt nicht in die schon fertige Geschichte. Also, nur zu.
Mit freundlichen Grüßen
Boris Palmer
Oberbürgermeister
Universitätsstadt Tübingen

… und Herr Broder antwortet

sehr geehrter herr palmer,
ich fliege gleich nach amsterdam und morgen weiter nach boston. ich komme deswegen nicht dazu, sie anzurufen. im übrigen würde ich sie gerne wörtlich zitieren und wäre ihnen deswegen dankbar, wenn sie sich doch noch dazu durchringen könnten, meine fragen zu beantworten.
alles übrige später.
mit dank und gruss
hb

Dann wieder Palmer

Sehr geehrter Herr Broder,
Ich habe Ihre Fragen beantwortet. Fragebogen fülle ich nicht aus.
Guten Flug!
Mit freundlichen Grüßen
Boris Palmer
Oberbürgermeister
Universitätsstadt Tübingen

… und nochmal Palmer

Sehr geehrter Herr Broder,
Ihr Artikel zur „Entskandalisierung” ist ja nun erschienen. Ihre Meinung respektiere ich. Aber Ihre Form der Recherche sollten Sie mal reflektieren.
Sie wollten Ihr Zitat, Sie haben am Ende das genommen, was irgendwie noch in den Artikel passte. An meiner Position und meiner Person hat sie nie etwas interessiert.
Ihre Meinung war vorgefasst. Gegenargumente interessieren Sie nicht. Mit Frage 5 stellen Sie Felicia Langer, ein Opfer des Holocaust, in eine Reihe mit Nazi-Verbrechern. Das alles lässt nur einen Schluss zu: Sie gehören zu den Menschen, denen jedes Mittel Recht ist. Das ist die Vorstufe zu totalitären Denkmustern.
Die Kampagne, deren Teil und Mitinitiator Sie sind und die sich in Beleidungsemails übelster Sorte in meinem Posteingang abbildet, schadet Israel mehr als jedes Wort von Felicia Langer. Sie tragen dazu bei, dass es in Israel keine kritische Debatte über die Politik des eigenen Staates geben darf. Das macht Israel empfänglich für falsche Konzepte der Eskalation.
Sie sind Stichwortgeber für ein Netzwerk von Hasspredigern. Sie liefern den wirklichen Israel-Hassern Munition. Ich finde das beschämend und traurig. Besonders, weil es mit dieser empörten moralischen Selbstgerechtigkeit daher kommt. Vielen Dank für alles. Ich habe viel gelernt in den letzten zehn Tagen. Für möglich gehalten hätte ich das nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Boris Palmer
Oberbürgermeister
Universitätsstadt Tübingen

Broder antwortet

sehr geehrter herr palmer,
bitte, nehmen sie es mir nicht übel, wenn ich ihnen eine frage stelle, die mir beim lesen ihrer mails gekommen ist: haben sie noch alle maultaschen in der pfanne? ich habe ihnen ein paar fragen gestellt, und sie reagierten wie ein beleidigter vereinsvorsitzender, an dessen autorität gerüttelt wird. ohne auch nur einmal luft zu holen, antworten sie gleich mit einer gegenfrage: “ Glauben Sie, ich hätte noch nie einen Artikel von Ihnen gelesen und würde nicht erkennen, was Sie wirklich beabsichtigen?“ das ist wie in dem witz, in dem ein us-tourist, der die moskauer metro besichtigt, wissen möchte, warum seit einer stunde kein zug vorbeigefahren ist, worauf der russische tour guide antwortet: „und warum werden bei ihnen die neger verfolgt?“
im übrigen ist es meine aufgabe, ihre absichten zu hinterfragen und nicht umgekehrt. ich nehme zu ihren gunsten an, dass sie noch nicht lange genug OB sind, um sich an diese art der arbeitsteilung gewöhnt zu haben.
und sie toppen sich selbst, wenn sie mir dann vorschlagen, welche fragen ich ihnen stellen soll. das letzte mal hab ich so ein verhalten vor über 20 jahren erlebt, anlässlich eines besuches beim schriftstellerverband der ddr, als uns hermann kant erklärte, was er gefragt werden möchte. f.j. strauss hat sich ab und zu ebenso benommen, weswegen er von ralph giordano als „zwangsdemokrat“ bezeichnet wurde. das trifft auch auf sie zu.
sie werden es mir nicht glauben, weil sie selber den ganzen tag taktieren, paktieren und intrigieren: ich habe in der tat anfangs angenommen, das ganze sei eine behördenpanne. je mehr stellen an einem vorgang beteiligt sind, umso größer ist die wahrscheinlichkeit, dass etwas schief geht. und darüber wollte ich eine lustige geschichte für das WSJ schreiben, anknüpfend an den wunderbaren filbinger-nachruf von MP Oettinger, von dem er sich dann selbst distanziert hat. das war mein point of departure.
inzwischen weiss ich es besser, weil ich die laudatio gelesen habe, die oettingers staatssekretär auf frau langer gehalten hat. das war keine behördenpanne, das war ein weiterer schritt auf dem langen weg, die deutsche geschichte zu dekontaminieren. auf dem rücken der israelis, mit hilfe einer „guten“ jüdin.
sie ahnen es vermutlich, dass sie in dieser inszenierung der „village idiot“ sind, der auf dem schwarzen peter sitzen bleiben wird. im präsidialamt tritt man vor peinlicher betroffenheit von einem bein aufs andere, in der staatskanzlei von BW wird gemauert, nur sie hängen sich aus dem fenster wie ein rentner an rosenmontag.
für wie blöd müssen sie die empfänger ihrer mitteilungen halten, wenn sie z.b. einem kollegen schreiben, frau langer „ist keine Antisemitin, sondern eine ehrliche und aufrechte Kämpferin für Frieden und Menschenrechte. Dabei kritisiert sie auch Israel“?
frau langer kritisiert nicht „auch israel“ sondern NUR israel. hat sich frau langer mal zur behandlung der frauen in saudi-arabien geäußert? der homosexuellen im iran? gibt es von ihr eine stellungnahme zu tschetschenien oder georgien? zu sri lanka oder darfur? hat sie jemals ein wort über die verfolgung der baha’i riskiert? sich mit den tibetern oder uiguren solidarisiert? das alles geht ihr an ihrem aufrechten und ehrlichen arsch weit vorbei.
das einzige objekt ihrer obsession ist israel. denn nur diese obsession lässt sich in deutschland so erfolgreich vermarkten.
sie, herr palmer, sind ein trittbrettfahrer dieser konjunktur, wenn sie schreiben: “ Ich sage dies als Enkel eines Juden…“
sie sind also viertel- oder achteljude – entsprechend den nürnberger gesetzen oder der halacha? und was bedeutet das? hat man als viertel- oder achteljude einen anderen blick auf die welt? was halten sie als vierteljude von der pendlerpauschale? wie stehen sie als achteljude zum flaschenpfand?
mit vollen hosen, herr palmer, lässt sich gut stinken. diese übung beherrschen sie perfekt. sie haben es nicht mitbekommen, dass ihre „aufrechte Kämpferin für Frieden und Menschenrechte“ einem „menschenrechtspreis“ von einem stasi-verein angenommen hat, sie haben es nicht mitbekommen, dass sie das „vorwort“ zu einem buch des antisemiten jamal karsli geschrieben hat, dem es, wie frau langer, nur um „frieden und menschenrechte“ geht.
damit konfrontiert, sprechen sie von einem „scheinbeleg“. sie sind nicht nur ein eingebildeter jude, sie sind auch ein ignorant, der sich von fakten nicht beirren lässt. und sie sind ein jammerlappen. der einzige relevante punkt der affäre sind für sie die „unerhörten Beleidigungen“, die sie sich „gefallen lassen“ müssen. und sie machen mich für die hate-mails verantwortlich, die sie bekommen.
soll ich ihnen ein paar der mails schicken, deren verfasser sich auf sie berufen? in einer heisst es: „Giordano und Lustiger sind für mich die Julius Streicher von heute.“ wie findet der enkel eines juden so was?
sie schreiben mir, es läge an mir, „dass es in Israel keine kritische Debatte über die Politik des eigenen Staates geben darf.“ ja, die kritische debatte in israel wäre schon viel weiter, wenn ich nicht immer wieder intervenieren würde. oder wenn die blöden israels auf den klugen boris palmer hören würden. die rolle, die sie mir zuschreiben, zeugt nur von ihrer eigenen selbstüberhebung.
und sie glauben allen ernstes an eine kampagne und merken nicht einmal, wer ihnen die diesmal offenbar authentischen belege dazu liefert: eine durchgeknallte expertin für „zionismus und raumplanung“, die auf ihrer homepage feststellt: „Felicia Langer erhält das Bundesverdienstkreuz – die neozionistische Besatzer-Lobby lässt die Maske fallen.“ sie ahnen nichts, sie riechen nichts, sie verbreiten diesen dreck weiter. sie sind wirklich unheilbar gesund.
die sache hat auch zwei schöne aspekte. der erste ist: sie haben den höhepunkt ihrer inkompetenz überschritten. von nun an geht es bergab. der zweite: sie stecken in tübingen fest, ich fahre durch vermont.
es gibt eine gerechtigkeit.
mit besten grüßen
hmb

Letzte Antwort von Palmer

Sehr geehrter Herr Broder,
unsere ja vollständig öffentliche Diskussion kommt heute für mich zu einem Abschluss. Besten Dank für die umfangreiche Deutung und Erklärung Ihres Handelns. Mein Fazit in fünf Punkten:
1. Sie argumentieren nicht nur hart in der Sache, nein, Sie verurteilen Personen, die Sie nicht kennen, die Sie nicht befragen, die Sie nicht zu Wort kommen lassen. Als Urteilsbegründung genügen Ihnen Fakten vom Hörensagen und fragwürdige Indizienbeweise. Ihre Urteile basieren auf Vorurteilen und vermeintlichen Gewissheiten, nicht Erkenntnissen und Recherchen. Als spitz formulierender Kolumnist ist man da erfolgreich. Aber man sollte nicht versuchen, in diesem Stil zu richten.
Ihnen ist das nicht aufgefallen? Ich bleibe Ihnen die Belege nicht schuldig: Woher wollen Sie wissen, dass „ich den ganzen Tag paktiere, intrigiere und taktiere“? Ihre Frage, ob ich „noch alle Maultaschen in der Pfanne“ habe, Ihre freundliche Unterstellung, ich sei „nicht lange genug OB“, um die Regeln des Journalismus zu kennen und die Bezeichnung als „village idiot“, was ich wohl als Dorftrottel übersetzen darf, sind weder mit Knigge noch mit Journalismus erklärbar. Die Einstufung als „Zwangsdemokrat“, als „eingebildeter Jude“ und als „Jammerlappen“ – und das alles in einer einzigen Mail unter persönlich völlig Fremden – kann ich nur noch Kopf schüttelnd zur Kenntnis nehmen. Ein Widerspruch – und schon verlieren Sie jegliche Beherrschung? Wer so agiert, hat offensichtlich keinerlei persönliche Unabhängigkeit. Von einem solchen Standpunkt ist Journalismus nicht möglich. Sie disqualifizieren sich selbst trotz aller Schreibfertigkeit und Argumentationskunst.
2. Mit Ihrer Verurteilungs- und Schmähmail liefern Sie den nachträglichen Beleg dafür, dass es richtig war, mich nicht auf Ihr Spiel einzulassen. Ich hatte keine Chance, von Ihnen eine ausgewogene Berichterstattung zu erhalten. Sie haben von mir erwartet, dass ich als Ihr „village idiot“ mitspiele und nun sind Sie sauer, weil es nicht geklappt hat. Ihre fünf Suggestivfragen und die treuherzige Versicherung, Sie wollten nur „entskandalisieren“ sind sogar für den geistig minder bemittelten Provinzdeppen, für den Sie mich halten, eine Beleidigung. Die subtile Analogie, die Sie mit der Frage nach den Bundesverdienstkreuzen für zwei zu spät enttarnte Altnazis herzustellen versuchten, empört mich noch heute. Wie kann man nur eine Frau, deren Mann fünf Konzentrationslager durchlitten hat, in eine Reihe mit den Tätern des Verbrecherregimes stellen? Und das muss ich nun nicht nach Ihrer Methode mühsam mit Kollagen konstruieren, das veröffentlichen Sie selbst ungeniert. Kopf schütteln reicht da schon nicht mehr aus. Von Ihnen eine Entschuldigung zu erwarten ist vermutlich auch sinnlos.
3. Wenn Sie mir mit den Nürnberger Gesetzen den „Vierteljuden“ vorhalten, um mich zu veralbern, dann zeigen Sie nur, wie wenig Sie von dem wissen wollen, was in anderen Menschen vorgeht. Ja, ich bin in meiner Schulzeit als Vierteljude bezeichnet worden. Ich habe sehr viel darüber nachgedacht, was das für mich bedeutete. Ich habe unter Androhung von Schlägen im Streit mit Jugendlichen meines Heimatortes das Weite gesucht und hinter mir den Ruf, „Sie haben nur vergessen, deinen Vater zu vergasen“ gehört. Mein Vater ist von gewendeten Altnazis von der Sorte der Bütefisch und Schwerte verfolgt, gedemütigt und von „furchtbaren Juristen“ eingekerkert worden. Vermutlich ist das für Sie wieder der Jammerlappen. Für mich sind es prägende Erfahrungen, die mich davon abhalten, antisemitische Parolen hinzunehmen. Ich habe Antisemitismus erlebt und trete ihm entgegen, wo ich ihn treffe.
4. Kennzeichnend für Ihre Form des Journalismus ist, dass immer nur das erwähnt wird, was ins Bild passt. Ich habe mit Frau Langer über die Vorwürfe gesprochen, denen sie nun ausgesetzt ist. Sie konnte mir in jedem einzelnen Punkt schlüssig erklären, wie ihre Aussagen so verfremdet, kontextuiert oder umgedeutet wurden, dass sie der Definition von Antisemitismus entsprechen. Ich habe mit Ihrem Schreibfreund Benjamin Weinthal am eigenen Leib erlebt, wie das funktioniert. Er schreibt in der Jerusalem Post, dass ich die Völkermorddrohung des Irans heruntergespielt hätte. Ich beweise ihm, dass ich zu diesem Thema nie ein Wort gesagt habe und dann legt er mir so lange Thesen zur Stellungnahme vor, bis er am nächsten Tag schreiben kann, ich hätte geleugnet, jemals etwas zum Thema gesagt zu haben, ihm jetzt aber doch etwas gesagt hätte, dass nach Reinwaschung Achmadinedschads aussieht. Das ist bösartig. Was Sie treibt, derlei Unwahrheiten in vorderster Front zu verbreiten, weiß ich nicht. Vermutlich jener Gerechtigkeitssinn, mit dem Sie Ihre letzte Mail abschließen. Im Namen einer usurpierten Gerechtigkeit sind die größten Verbrechen an der Menschheit begangen worden. Noch kein Unrecht wurde als solches vertreten und begangen, es fand sich stets ein höherer Zweck, es zu rechtfertigen. Wie hoch auch Ihr Zweck sein mag, er rechtfertigt nicht Ihre Methoden.
5. Mich haben in den letzten Tagen in großer Anzahl übelste Beleidigungen und Verunglimpfungen erreicht. Diesen allen ist gemeinsam, dass sie nicht die Reaktion auf die Berichterstattung in den Medien waren, sondern erst mehrere Tage später einsetzten, nachdem Sie sich der Sache angenommen hatten. Allen Mails ist gemein, dass sie Ihre Thesen aufgreifen. Sie gehen damit erkennbar auf Mailinglisten zurück, die Sie direkt oder indirekt bedient haben. Daraus kann man nicht schließen, dass Sie das wollten oder gutheißen. Sehr wohl kann man daraus aber schließen, dass Frau Langer nicht vom spontanen israelischen Volkszorn getroffen wird, sondern von einer Kampagne, in deren Fadenkreuz ich eher zufällig mit hineingeraten bin. Dass es solche Netzwerke gibt, dass sie von so viel Hass erfüllt sind, dass keine rationale Debatte mit diesen Menschen möglich ist, das ist für mich die traurige Erkenntnis der Vorgänge der letzten Tage. Welche Rolle Sie dabei spielen und spielen wollen, müssen Sie wissen.

Was mich angeht muss ich Ihnen leider mitteilen, dass ich nicht mitspiele. Ich werde mich nicht auf Ihr Verurteilungs- und Schmähniveau herablassen, auch nicht auf das Ihrer Nachahmer, Gefolgsleute oder Kumpanen. Ich werde nicht über die Stöckchen springen, die Sie mir hinhalten. Und vor allem werde ich mich nicht durch Ihre Kampagne beeindrucken lassen.

Ich hoffe, es ist schön in Vermont und Sie fahren Fahrrad, nicht Geländewagen. Ich gönne Ihnen alles Gute. Und glauben Sie mir, Tübingen ist eine so schöne Stadt, dass ich es selbst gut finde, nicht in Vermont, sondern hier zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
Boris Palmer
Oberbürgermeister

Ende? Aber nicht doch!

Die Fortsetzung von: henryk-broder.com/hmb.php/blog/article/910/
sehr geehrter herr palmer,
sie mögen eine ratssitzung par ordre de mufti beenden, nicht aber eine auseinandersetzung, in deren mittelpunkt ihre inkompetenz, ihre instinktlosigkeit und ihr schamlosigkeit stehen. auch wenn sie versuchen, den spiess umzudrehen. nicht ich habe dafür gesorgt, dass eine antizionistische antisemitin, altstalinistin und ahmadinejad-apologetin das bundesverdienstkreuz bekommt, sie waren es. und ich überlasse ihnen lieber ein paar meiner schönsten schneekugeln als das letzte wort in dieser sache.
ihre argumentation besteht aus zwei bausteinen. auf dem einen steht „haltet den dieb!“, auf dem anderen: „mach ich einen fehler, mach ich gleich einen hinterher, dann siehts nach methode aus.“ was sie in ihrer vermessenheit „Fakten vom Hörensagen und fragwürdige Indizienbeweise“ nennen, sind tatsachen, die sie nicht wegdiskutieren können: die bücher und vorträge von frau langer, die sie als eine antizionistische antisemitin ausweisen (nicht die erste ihrer art und nicht die letzte), frau langers „vorwort“ zu einem buch des proto-antisemiten jamal karsli, frau langers auszeichnung durch einen maßgeblich von ehemaligen stasi-leuten gegründeten und geführten verein – nur um die highlights zu nennen. all das haben sie vermutlich nicht gewusst, und jetzt, da sie es wissen, reden sie von „Fakten vom Hörensagen und fragwürdigen Indizienbeweise“, um ihr eigenes unwissen zu kaschieren.
ihre argumentation zeichnet sich durch eine revisionistische logik aus. sie versuchen, eine geschichte retroaktiv umzudeuten und den müll, den sie produziert haben, vor anderer leute tür abzuladen. strukturell machen sie das gleiche wie leute, die behaupten, die juden hätten dem 3. reich den krieg erklärt. auch sie drehen die kausalkette um. nicht sie haben einen skandal angezettelt, ich habe ihn erfunden. statt sich freilich gedanken über meine „persönliche unabhängigkeit“ zu machen, hätten sie sich besser mit der persönlichkeit von frau langer beschäftigen sollen, die dem aktuellen antisemitismus ein gesicht gibt.
jetzt läuft es mit einem bundesverdienstkreuz um den hals herum.
sie fragen: „Wie kann man nur eine Frau, deren Mann fünf Konzentrationslager durchlitten hat, in eine Reihe mit den Tätern des Verbrecherregimes stellen?“ sehr witzig, kamerad palmer, sehr witzig.
erstens haben sie von den beiden jungs, denen die BVK irrtümlich verliehen wurden, erst aus meiner mail erfahren. zweitens habe ich frau langer nicht in eine reihe mit den tätern des verbrecherregimes gestellt, das tun sie, sondern nur auf zwei fälle hingewiesen, in denen eine entscheidung aufgrund fehlender informationen getroffen und später korrigiert wurde. ich hätte auch peter hartz und klaus zumwinkel nennen können, die beide durch subtilen druck dazu gebracht wurden, ihre BVK „freiwillig“ zurückzugeben. wären sie damit eher einverstanden gewesen?
ihre wohlfeile empörung über meine „subtile Analogie“ zeugt nur von ihrer totalen ahnungslosigkeit.
im übrigen: ob und wie viele KZ frau langers mann überlebt hat, sagt nichts über ihn oder seine frau aus. es sei denn, sie, herr palmer, gehen davon aus, dass die KZ erziehungsanstalten waren, deren absolventen über jeden verdacht erhaben sind, sich jemals daneben zu benehmen. und dass man diese unterstellung auch auf deren angehörige ausweiten kann. frau langer war nicht in einem KZ, sie war, nachdem sie das kommunistische polen verlassen hatte, in einer kommunistischen partei und deren ZK tätig. und sie hat, anders als ralph giordano und andere anständige ex-kommunisten, diesen fehltritt nie bereut. nun geht sie mit den KZ, die ihr mann überlebt hat, hausieren. das ist unanständig und schamlos, herr palmer, so wie es unanständig und schamlos ist, wie sie mit den erfahrungen ihres vaters und ihrem vermeintlichen judentum angeben. „Ich habe Antisemitismus erlebt und trete ihm entgegen, wo ich ihn treffe.“ nur als sie frau langer begegnet sind, war ihnen der gute vorsatz gerade entfallen.
wenn ich lese, dass ihr vater „eingekerkert“ wurde und wie sie später leiden mussten, wird mir klar, wie gut es meine eltern hatten. dass ich im gegensatz zu ihnen, herr palmer, sie nicht als zeugen in eigener sache aufrufe, kommt daher, dass es mir genügt, einen computer aus zweiter hand zu benutzen. nicht jeder sohn eines michael kohlhaas wird automatisch ein robin hood, nicht jede tochter eine jeanne d’arc. manche landen auch in der badischen provinz, um zwischen zwei kehrwochen den nahostkonflikt zu lösen.
and last but not least. frau langers aussagen seien, schreiben sie, „verfremdet, kontextuiert oder umgedeutet“ worden, so dass sie „der Definition von Antisemitismus entsprechen“.
ich frage mich, wie lange sie, herr palmer, „verfremdet, kontextuiert oder umgedeutet“ wurden, bis sie endlich der definition eines politikers entsprachen.

mit den besten empfehlungen
hmb, middlebury, 29.7.09

Kurze Antwort von Palmer

Sehr geehrter Herr Broder!
Besten Dank! Kleiner Tipp noch:
Tübingen liegt nicht in Baden, sondern in Württemberg. Macht aus Vermont vermutlich keinen Unterschied.
Es wäre aber dennoch besser für Sie, das Recherchieren zu lernen.

Mit freundlichen Grüßen
Boris Palmer
Oberbürgermeister
29.7.09

Grundsätzlich ging es um Möglichkeiten wie man seine “Online-Identität” schärfen kann.
Zwar möchte ich nicht den ganzen Artikel wiedergeben,  die zehn goldenen Regeln für die Selbstvermarktung (nach Klaus Eck) teile ich aber gern:

1. Jeder muss sich darüber klar werden, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist. Spuren, die man dort hinterlässt, können auch später noch gefunden werden. Deshalb gilt: Regelmäßig den eigenen Namen googeln, um zu erfahren, wer man im Netz ist.

2. Alle Kommentare, Profile etc. unbedingt auf ihre Wirkung überdenken, bevor sie veröffentlicht und für jedermann zugänglich werden. Intolerante Kommentare, Beschimpfungen und Wut sollten nicht live gehen.

3. Hilfreich ist es, sich bei Google einen Alert mit dem eigenen Namen einzurichten. So bleibt man auf dem Laufenden, was alles über einen im Netz geschrieben wird.

4. Um die Online-Präsenz für Personaler und Headhunter zu erhöhen, bieten sich Profile in sozialen Netzwerken an. Diese sollten, wie jede Bewerbung, mit Bedacht geschrieben werden.

5. Blogs werden von Suchmaschinen leicht gefunden. Ein Fakt, den man ausnutzen sollte, um sich mit seiner Fachkompetenz zu präsentieren.

6. Auch eine eigene Website wirkt sich positiv auf Suchmaschineneinträge aus. Wer sie nur als Domain nutzen, aber nicht mit Inhalt füllen will, sollte sie zumindest auf sein Profil weiterleiten.

7. Je nach Berufsalter sollte man in mehreren Netzwerken aktiv sein und sich dort mit einem professionellen Profil präsentieren. Nicht vergessen: die Profile untereinander verlinken – etwa bei Flickr, Twitter, Sevenload etc.

8. Netzwerken ist ein Geben und Nehmen. Deshalb sollte man allen Aufmerksamkeit schenken, die über einen im Netz sprechen, etwa durch Links oder Erwähnungen. Das mehrt den gegenseitigen Ruhm.

9. Netzwerke sind dazu da, Beziehungen auszubauen. Deshalb gilt: Pflege virtuellen Kontakt, etwa zu Blog-Kommentatoren oder in Online-Clubs, vernachlässige aber auch persönliche Treffen nicht.

10. Positives Selbstmarketing heißt auch, Wissen weiterzugeben. Etwa in Form eines Newsletters an diejenigen Kontakte, die dem zugestimmt haben, oder Aktionen, die dem Netzwerk nutzen. Hauptsache, die Leute sprechen darüber und verlinken es.

Die meisten Punkte waren mir zwar bekannt, dass es einen Google Alert gibt, mit dem ich Google regelmäßig nach meinem Namen durchsuchen lassen kann, war mir neu. Das ich das gleich mit meinem eigenen Namen ausprobieren musste, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. ;)

Wer es selbst testen will: Google Alerts

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Eine Antwort zu Anmerkungen zur „Kampfkompetenz“ der Deutschen Israel-Lobby

  1. blogfighter schreibt:
      Plädoyer für eine neue Nah-Ost-Politik

    [a.rubik;11043253]Israel will überleben! Keiner, der hier immer gegen Israel hetzt würde sich anders verhalten wäre Deutschland betroffen.[/QUOTE]

    MEIN KOMMENTAR AUF SPON:

    Es gibt auf zweifellos Leute, die gegen Israel hetzen.

    Die meisten Menschen jedoch sind über die „Vorbereitung eines Angriffskriegs“ auch deshalb empört, weil zumindest nach deutschem Rechtsempfinden ein „Präventivschlag“ kein Mittel der Politik mehr sein darf, weder hier noch anderswo.

    So, wie es mir untersagt ist, einen Menschen, der mich hasst, „präventiv“ zu verletzen oder gar zu töten, so ist es völkerrechtlich verboten, eine islamistische Regierung, die eine zionistische Regierung als zionistisch „beschimpft“/beurteilt, vorsorglich militärisch zu überfallen.

    Hetzen und hassen sind zwei Seiten einer Medaille: sie sind Ausdruck von Ohnmacht gegenüber dem Mächtigen.

    Der Iran ist ohnmächtig.

    Und wer gehasst wird, der muss sich auch nach seinem Teil an der Ursache fragen, und auch die zionistischen Regierungen Israels haben es seit der Gründung dieses Staates nicht an Verachtung und Entwertung ihrer Feinde fehlen lassen, sie habe aber darüber hinaus noch deren Land besetzt und das praktiziert, was sie dem iranischen Regime unterstellen: völkerrechtlich verbindliche Verpflichtungen – hier: die Räumung des Westjordanland – nicht nur ignoriert, sondern arrogant in ihr Gegenteil verkehrt.

    Wir sagen in Deutschland, dass es angezeigt sei, vor seiner eigenen Haustür zu kehren, ehe man schlecht über seinen Nachbarn spricht. Leider hält sich die israelische Regierung nicht an Sitten und Gesetze, sondern sie verfolgt mit der illegalen Besetzung palästinensischen Homelands die Absicht der ethnischen Säuberung von „Judäa“ und „Samaria“ zwecks Schaffung eines Territoriums Groß-Israel mit der Hauptstadt Jerusalem.

    In diesem Konzept wird Israel zu einem „jüdischen“ Staat erklärt, und wer das Judentum kennt, wer beispielsweise die Beschneidungsdebatte mit verfolgt hat, der weiß, was dies für die Nicht-Juden bedeutet: sie sind Bürger zweiter Klasse.

    Dass Israel und nicht der Iran eine Bedrohung für den Weltfrieden darstellt, das entspricht den Tatsachen, ist doch der Iran absolut isoliert während Israel die geballte militärische und ökonomische Kraft der Nato-Staaten hinter sich hat, durch Raketenabwehrschirme hervorragend gesichert ist und über eine Bevölkerung verfügt, die den Preußen des 19. Jahrhunderts an Kampfkompetenz in nichts nachsteht.

    Schon aufgrund seiner eigenen atomaren Bewaffnung kann Israel konventionelle Angriffe auf iranisches Territorium ausführen, ohne Gefahr zu laufen, durch Verteidigungshandlungen des Iran auch nur ansatzweise in seiner Existenz gefährdet zu sein.

    Ich habe vorgeschlagen, Israel in die Nato aufzunehmen, um dann – wie Deutschland – auf die eigene atomare „Zweitschlagkapazität“ zu verzichten, um im Nahen Osten endlich eine Epoche der friedlichen Koexistenz zwischen „Erbfeinden“ einzuleiten, doch mir ist klar geworden, dass die israelische Regierung an einer Brandtschen Nah-Ost-Politik nicht interessiert ist.

    Leider.

    Zum Thema ohnmächtes Israel: weltweit die Aufrüstungsnation No. 1

    Regionale Aufrüstung im Blickpunkt: Naher und Mittlerer Osten

    „Ein genauerer Blick in den GMI belegt, dass nirgendwo in der Welt wird so massiv aufgerüstet wie im Nahen und Mittleren Osten“, erläutert Jan Grebe. Israel (GMI: Platz 1) sowie die arabischen Staaten Syrien (GMI: Platz 5), Jordanien (GMI: Platz 6), Kuwait (GMI: Platz 10), Oman (GMI: Platz 11) und Saudi-Arabien (GMI: Platz 13) gehören zu den am stärksten militarisierten Ländern der Region. Die hohe Militarisierung zeigt sich unter anderem am Verhältnis der Militärausgaben zum Bruttoinlandsprodukt, das in einigen Staaten der Region deutlich über sieben Prozent und damit weit über dem weltweiten Durchschnitt von etwa 2,5 Prozent liegt (zum Vergleich: In Deutschland beträgt das Verhältnis etwa 1,4 Prozent).

    Die Militärausgaben im Nahen und Mittleren Osten weisen eine deutliche Aufwärtskurve auf. 2012 lagen sie bei 128 Milliarden US-Dollar, während es im Jahr 2000 noch 80 Milliarden US-Dollar waren – immerhin eine Steigerung von 60 Prozent.


    Quelle: BICC Globaler Militarisierungsindex 2013

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